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Fritz Reiser

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Fritz Reiser

Fußballspieler, Verwaltungsbeamter * 22. September 1886 Karlsruhe, † 1973 Karlsruhe, kath., ∞ 25. August 1911 Luise Regine Adam, 2 Töchter, 2 Söhne.

Der als Sohn des Hofküchendieners Valentin Reiser geborene Fritz Reiser stieß 1903 zum 1894 gegründeten FC Phönix Karlsruhe, der 1909 als erste Karlsruher Mannschaft die Deutsche Meisterschaft errang, nachdem er zuvor wenige Monate beim Lokalrivalen und Deutschen Meister 1910 Karlsruher Fußballverein (KFV) spielte. Sein älterer Bruder Otto Reiser folgte ihm 1905. Fritz Reiser war auch 1909 als "Halbrechter" Stammspieler beim FC Phönix, verpasste aber das Endspiel in Breslau gegen Viktoria Berlin, weil er wohl keinen Urlaub bekam, was in der Personalakte allerdings nicht vermerkt ist. Möglicherweise bekam er aber auch keinen Urlaub, weil er erst kurz zuvor bei der Stadt eingestellt worden war.

Nach sechs Jahren Volksschule und vier Jahren Realschule absolvierte er eine Lehre bei Kaufmann Heinrich Falke, Inhaber einer Sterbewäsche-, Blumen- und Kranzfabrik in der Rüppurrer Straße 5. Seine erste Anstellung fand er dort als Commis bis zum 1. Juli 1906. Vom 20. Oktober 1906 bis zum 31. Mai 1907 arbeitete er als Buchhalter und Correspondent bei der Firma Eberhardt, Automobile und Zubehör in der Amalienstraße 18. 1907 wurde er von der Stadt als Verwaltungsangestellter eingestellt und arbeitete zunächst bei der Gartenbaudirektion, dann ab 1933 bei der Stadthauptkasse, bis er 1951 als Finanzoberinspektor in den Ruhestand ging.

Im Ersten Weltkrieg hatte Reiser von Oktober 1914 bis März 1916 Kriegsdienst geleistet, bis er den Dienst bei der Stadt wiederaufnahm. Am 9. Oktober 1945 war Reiser auf Anordnung der Militärregierung entlassen worden, da er 1937 in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) eingetreten war. Reiser gab an, dass er bis 1933 die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)gewählt habe und er 1937 nur auf Druck der Stadt in die NSDAP eingetreten sei. In der Partei übernahm er 1940 bis 1942 nur die Funktion eines Blockhelfers bzw. Blockwarts. Nach seiner Einstufung als Mitläufer im August 1946 erfolgte seine Wiedereinstellung.

Ernst Otto Bräunche 2025

Quellen

GLA 465h Nr. 11474; StadtAK 1/POA 2985, 4831: Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 7. August 2025).

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Thomas Alexander Staisch: Die Deutschmeister: Die Geschichte des Karlsruher FC Phönix 1894. 1909 - eine vergessene Meisterschaft, Rastatt 2014.