Arthur Grüber während einer Probe vor der Eröffnung der neuen Spielzeit des Badischen Staatstheaters mit den "Meistersingern", 21. September 1962, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A9a/208/2/2.
Arthur Grüber (2. v. r.) inmitten von Kollegen (links Generalintendant Hans-Georg Rudolph, 20. September 1966, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A13/152/5/7.

Arthur Grüber

Komponist, Dirigent, * 21. August 1910 Essen, † 5. Oktober 1990 Waldbronn/Lkr. Karlsruhe, ∞ Margot Grüber, 1 Sohn, 1 Tochter.

Arthur Grübers großes musikalisches Talent zeigte sich bereits in seiner Kindheit. Im Alter von zehn Jahren begann er mit dem Komponieren und mit 13 Jahren schrieb er seine erste Oper, Die Schwarze Galeere. Diese spielte er ein Jahr später während einer Konzerttournee in Schweden im Stockholmer Opernhaus vor. Der Erfolg seiner Konzerte brachte ihm mehrere Hochschulstipendien ein. Von 1930-1932 studierte Grüber an der Hochschule für Musik Köln bei Hermann Abendroth und Walter Braunfels.

Seine erste Stelle erhielt er 1932 als Korrepetitor am Opernhaus Frankfurt a. M. Im Folgejahr dirigierte Grüber erstmals eine Oper und wurde 1934 dort zum Kapellmeister ernannt. 1938/39 folgte eine Spielzeit als Operndirektor am Stadttheater in Wuppertal. 1939 wurde er Kapellmeister am Deutschen Opernhaus in Berlin-Charlottenburg. 1944 übernahm Grüber die Stelle des Generalmusikdirektors in Halle, die er wegen der Kriegslage freilich nicht mehr aktiv antreten konnte. Stattdessen wurde Grüber für den Kriegsdienst eingezogen und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Von 1947-1951 amtierte Grüber als Chefdirigent der Staatsoper in Hamburg. Gleichzeitig übernahm er von 1947-1955 den Posten des ersten Kapellmeisters an der Komischen Oper in Berlin. Aus politischen Gründen verließ er die DDR und wirkte von 1955-1962 als Generalmusikdirektor am Staatstheater Braunschweig.

Seine letzte berufliche Station führte ihn 1962 nach Karlsruhe, wo er den im Vorjahr verstorbenen Alexander Krannhals als Generalmusikdirektor des Badischen Staatstheaters ersetzte und ab 1963 als Dirigentenlehrer an der Musikhochschule unterrichtete. Eine Besonderheit von Grübers Amtszeit waren mehrere Ur- und deutsche Erstaufführungen im Bereich der Oper, für die er sich eingesetzt hatte. Erwähnenswert sind Karl Heinz Füssels Opern Dybuk (1970) und Celestina (1975), Rudolf Kelterborns Kaiser Jovian (1967) sowie die Opern König Priamos (1963) und Mittsommernachtshochzeit (1974) des britischen Komponisten Michael Tippet. Des Weiteren begründete Grüber 1974 die Konzerte zeitgenössischer Musik im Karlsruher Schloss unter der Leitung von Frithjof Haas. In seine Amtszeit fiel auch die Einweihung des Neubaus des Staatstheaters am Ettlinger Tor, bei der Grüber die Eröffnungsaufführung (Die Zauberflöte) dirigierte.

Grübers angeschlagener Gesundheitszustand führte 1976 zu seinem Abschied von der Bühne. Er zog sich nach Waldbronn zurück, wo er als Komponist von Liedern weiter tätig blieb. Es handelte sich dabei um Vertonungen von Texten meist deutscher Dichter wie Friedrich Hölderlin, Theodor Fontane oder Hermann Hesse. Grüber starb im Alter von 80 Jahren und wurde in Wuppertal beigesetzt.

René Gilbert 2016

Quellen

Badische Landesbibliothek Nl Grüber (Mus. Hs. 1445); GLA 57 b Zugang 2009-98/233.

Werk

Die Schwarze Galeere, Oper 1923; Trotz wider Trotz, Oper 1948; Ode an den Frieden, Kantate 1954; Toccata, Partitur 1954; Allein, Lied 1946; Im Nebel, Lied 1978; Julikinder, Lied 1984; Zu spät, Lied 1984; Der Mann von 50 Jahren, Lied; Im Kalten Vorsaal schlägt die Uhr, Lied 1986 [alle Liedtexte von Hermann Hesse].

Literatur

Wilhelm Kosch (Begr.): Grüber, Arthur, in: Deutsches Theater-Lexikon, Bd. 1, Klagenfurt 1953, S. 629; Wilhelm Kappler: Aufwärtsentwicklung bis zur Eröffnung des Neuen Hauses, in: Karlsruher Theatergeschichte. Vom Hoftheater zum Staatstheater, hrsg. vom Badischen Staatstheater Karlsruhe und Generallandesarchiv Karlsruhe, Karlsruhe 1982, S. 140-152, hier S. 145; Heiko Bockstiegel: "Meine Herren, kennen Sie das Stück?". Erinnerungen an deutschsprachige Dirigenten des 20. Jahrhunderts und ihr Wirken im Opern- und Konzertleben Deutschlands, Bd. 2, Wolfratshausen 1998, S. 59-64; Joachim Draheim: Karlsruher Musikgeschichte, Karlsruhe 2004, S. 37, S. 39; https://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/besondere-bestaende/musik/grueber.php (Zugriff am 18.Februar 2016).