Julius Finter um 1920, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 163.

Julius Finter

Jurist, Oberbürgermeister, * 23. Februar 1872 Feuerbach bei Kandern/Lkr. Lörrach, † 19. Mai 1941 Freiburg, ev., ∞ Martha Kilian, 2 Kinder.

Nach dem Besuch des Lyceums in Straßburg und dem erfolgreichen Jurastudium mit Promotion begann Finter seine Laufbahn im Jahr 1900 als Amtsrichter, 1905 wurde er Oberamtsrichter, 1906 Landgerichtsrat. 1908 übernahm er in Mannheim das Amt eines Bürgermeisters. Erst kurz vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister in Karlsruhe, die auf Vorschlag der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) am 16. Oktober 1919 erfolgte, war er in Mannheim mit großer Stimmenmehrheit als Bürgermeister wiedergewählt worden. Ebenso deutlich wurde er 1928 mit 93 von 99 Stimmen als Karlsruher Oberbürgermeister in seinem Amt bestätigt. Am 8. Mai 1933 musste er wie seine Bürgermeisterkollegen dem Druck der neuen nationalsozialistischen Machthaber weichen und von seinem Amt zurücktreten, das er trotz der schwierigen Zeitumstände mit Erfolg geführt hatte. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Erstellung des Generalbebauungsplans, die Errichtung der Dammerstocksiedlung und des Rheinstrandbads Rappenwört. 1928 verlieh ihm die Technische Hochschule (TH) Karlsruhe den Titel Dr. Ing. e. h. 1949 wurde die Finterstraße nach ihm benannt.

Ernst Otto Bräunche 2012

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Residenzstadt, Landeshauptstadt, Gauhauptstadt. Zwischen Demokratie und Diktatur 1914-1945, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe - Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 358-502, S. 432 https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv/HF_sections/content/ZZmoP1XI2Dw44t/Karlsruhe%20Die%20Stadtgeschichte.pdf (Zugriff am 23. Dezember 2020).