Johannes Cornelius Roman, Kopie des von dem badischen Hofmaler Philipp Heinrich Kisling gemalten Porträts, 19. Jhdt., Stadtmuseum Karlsruhe.

Johannes Cornelius Roman (Romann)

Kaufmann, Bürgermeister, * 1694 Durlach, † 26. April 1768 Karlsruhe, ev., ∞ Sofie Elisabeth Salzer.

Der fünfte Karlsruher Bürgermeister wurde 1694 als Sohn des Hofsattlermeisters Johannes Roman und dessen Frau Maria Catharina, geb. Steinmetz, in Durlach geboren.

Über sein Leben ist wenig bekannt. 1723 zog er nach Karlsruhe und besaß 1730 ein Haus in der Lammstraße. Er gehörte zu den aus Durlach zugezogenen Bürgern, die in den ersten 25 Jahren nach der Wahl des ersten Bürgermeisters Johannes Sembach 1718 den Karlsruher Rat dominierten und nach Sembach den Bürgermeister stellten.

Roman, seit 1734 Bürgermeister, musste 1744 wegen Beschwerden über seine Amtsführung sein Amt aufgeben. Es ging offensichtlich um eine bereits 1743 erfolgte Anzeige aus dem Kreis der Ratsmitglieder beim Oberamt, dass „man vonseiten des Bürgermeisteramts ohnnötiges Bauwesen vornehme, das Nöthige aber anstehen lasse, und zum Exempel dessen die eiserne Galerie an dem Rathaus aufgeführet werde“. Die Ratssitzung am 18. März leitete Roman noch, die folgende am 17. Mai schon sein von den markgräflichen Behörden eingesetzter Nachfolger, der Apotheker Johann Ernst Kaufmann. Mit Roman musste auch Stadtbaumeister Johannes Ludwig, vormaliger Bürgermeister 1720-1724, sein Amt aufgeben. Er wurde durch den ebenso wie Kaufmann hofnahen Hofbuchdrucker Jacob Andreas Maschenbauer ersetzt. In den folgenden Jahren verstärkte sich der Einfluss des Markgrafen auf die Geschäfte des Stadtrats deutlich. Roman und Ludwig blieben aber Stadträte.

Ernst Otto Bräunche 2018

Quellen

Stadtarchiv Karlsruhe 3B/1-3.

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Die Karlsruher Ratsprotokolle des 18. Jahrhunderts, Karlsruhe 1995, S. 1-22 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 2); Robert Goldschmit: Die Stadt Karlsruhe, ihre Geschichte und ihre Verwaltung. Festschrift zur Erinnerung an das 200jährige Bestehen der Stadt. Unter Mitwirkung von Heinrich Ordenstein und Karl Widmer, Karlsruhe 1915, S. 152-156; Christina Müller: Karlsruhe im 18. Jahrhundert. Zur Genese und sozialen Schichtung einer residenzstädtischen Bevölkerung, Karlsruhe 2018, 2. Aufl. (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 1).