Blick in die Lammstraße, Kaiserstraße 145/Ecke Lammstraße, Warenladen Carl Malzacher, 1879 abgebrochen, um 1875, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS XIVe 125.
Blick ab Höhe Erbprinzenstraße in Richtung Kaiserstraße, 1993, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIIIb 665.
Die ehemalige Bundesbahn-Direktion, Lammstraße 19, Fotoarchiv Regierungspräsidium Karlsruhe, Ref. 26.

Lammstraße

Die Lammstraße ist eine Radialstraße mit Nord-Süd-Verlauf. Sie beginnt am Schlossplatz, kreuzt den Zirkel, die Kaiserstraße, die Zähringerstraße, den Bankhof mit seiner Fortsetzung der Hebelstraße sowie die Erbprinzenstraße und endet an der Kriegsstraße. Sie hieß ursprünglich Güntzerische Gasse, dann Markgraf-Christoph-Gasse, ehe sich um 1750 nach dem Gasthof Lamm die Bezeichnung Lammgasse durchsetzte. Im ersten Karlsruher Adressbuch von 1818 ist sie als Lammstrasse aufgeführt.

Der älteste Abschnitt reichte bis zur Langen Straße, heute Kaiserstraße, und gehört zur Stadtplanung von 1715/16. Ursprünglich stand am damaligen Ende der Lammstraße das 1760 vollendete und 1830 abgebrochene Brunnenhaus. Bis 1861 endete die Lammstraße auf Höhe der Hebelstraße. Bis 1868 wurde sie bis zur Kriegsstraße fortgeführt. Die ursprüngliche Wohnstraße entwickelte sich, besonders südlich des Zirkels, zur Geschäftsstraße. Am Schlossplatz war an der östlichen Ecke zur Lammstraße der Großherzogliche Oberschulrat, gegenüber das Ministerium des Inneren untergebracht. An der südöstlichen Ecke Zirkel/Lammstraße hatten die Zeitung Badische Presse (später die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)), gegenüber die Müllersche Hofbuchdruckerei ihr Domizil. An der südöstlichen Ecke Kaiserstraße/Lammstraße befand sich das Modehaus Model, gegenüber das Warenhaus Knopf, heute Karstadt. Auf der Kreuzung zur Kaiserstraße steht der Jung- oder Lammbrunnen, der 1983-1986 von Karl Henning Seemann gestaltet wurde. In den Häusern Nr. 7c-d zwischen Kaiser und Hebelstraße befand sich das legendäre Café Bauer, dessen Haupteingang in der Hebelstraße lag und der Ratskeller mit dem Haupteingang in der Turmstraße. Nach der Hebelstraße musste man durch ein dreiachsiges Triumphtor gehen, um auf den Friedrichsplatz zu gelangen.

Südlich des Staatlichen Museums für Naturkunde zwischen Ritterstraße, Lammstraße und Kriegsstraße erstreckt sich der Nymphengarten. Auch die Ostseite der Lammstraße ist überwiegend von Neubauten geprägt. So zum Beispiel in der Lammstraße 15 das Gebäude der Industrie- und Handelskammer, errichtet 1954/55 durch das Architekturbüro Hermann Backhaus & Harro Brosinsky. Daneben sticht noch die ehemalige Generaldirektion der Badischen Staatseisenbahnen mit dem Verwaltungsgebäude von Adolf Helbling aus den Jahren 1870-1875 in der Lammstraße 19 hervor.

Petra Mayer-Reppert 2012

Literatur

Edmund Sander: Karlsruhe. Einst und Jetzt in Wort und Bild, Karlsruhe 1911, S. 81 f.; Manfred Koch (Hrsg.): Auf dem Weg zur Großstadt. Karlsruhe in Plänen, Karten und Bildern 1834-1915 (Ausstellungskatalog), Karlsruhe 1997, S. 20 f., S. 22 f., S. 26 f. und S. 28 f.