Eintrag in das Goldene Buch, links OB Günther Klotz, 26. April 1960, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 481.

Heinrich Lübke

Politiker (Zentrum, Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)), Bundespräsident, Ehrenbürger, * 14. Oktober 1894 Enkhausen/Hochsauerlandkreis, † 6. April 1972 Bonn, kath., ∞ 1929 Wilhelmine Keuthen, kinderlos.

Lübke kam aus einfachen Verhältnissen. Nach Abitur und Kriegsdienst 1914-1918 Studienabschluss an der Landwirtschaftlichen Akademie in Bonn 1921 als Vermessungs- und Kulturingenieur; 1926 Geschäftsführer der "Deutschen Bauernschaft", eines Interessenverbands klein- und mittelbäuerlicher Betriebe; 1932/33 Mitglied des Landtags (Zentrum) in Preußen; 1933 Verlust der Ämter auf Druck der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und 20 Monate Untersuchungshaft wegen eines Korruptionsvorwurfs; 1939-1945 Bauleiter bei einem Architektur- und Ingenieurbüro, das für den Generalbauinspektor Albert Speer unter anderem Militäranlagen und Konzentrationslager errichtete; 1946-1954 Mitglied des Landtags (CDU) in Nordrhein-Westfalen; 1947-1953 Landwirtschaftsminister; 1953-1959 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten; 1959-1969 Bundespräsident.

Lübke besuchte Karlsruhe 1960 im Rahmen seines Antrittsbesuchs beim Bundesverfassungsgericht, dem Bundesgerichtshof und dem Kernforschungszentrum, 1965 anlässlich des 250-jährigen Stadtjubiläums und 1967 zur Eröffnung der Bundesgartenschau. Beim Besuch 1965 erhielt er die Ehrenbürgerwürde, die "in dankbarer Anerkennung seines erfolgreichen und fruchtbaren Wirkens für das deutsche Volk" verliehen wurde. Im Juni 1968 erfolgte in der Nordweststadt die Einweihung des Altenwohnheims Wilhelmine-Lübke-Haus der Karl Friedrich-, Leopold- und Sophien-Stiftung im Beisein der Bundespräsidentengattin.

Jürgen Schuhladen-Krämer 2012

Literatur

Rudolf Morsey: Heinrich Lübke. Eine politische Biographie, Paderborn 1996.