Friedrich Wolff, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 14/51.

Friedrich Wolff

Unternehmer, Stadtverordneter, * 15. Februar 1833 Karlsruhe, † 17. Juni 1920 Karlsruhe, ev., ∞ 1860 Wilhelmine Sofie Kuentzle, 4 Kinder.

Der Sohn des Hoftheater-Friseurs Gottlob Friedrich Wolff studierte nach dem Besuch des Lyceums am Polytechnikum und ging danach mehrere Jahre ins Ausland. In Südfrankreich und Paris erwarb er sich die Kenntnisse der Parfümherstellung, die ihm in der gemeinsam mit seinem Vater am 20. November 1857 gegründeten Parfümerie- und Toiletteseifenfabrik Wolff & Sohn zugute kamen. 1863 zog die Firma, deren Produkt "Kaloderma" Weltruf erlangen sollte, von der Karl-Friedrich-Straße in das neue Geschäftszentrum Karlsruhe, in die Lange Straße, später Kaiserstraße 104-106. Nach dem Umzug 1891 in die Gebäude an der Durlacher Allee wurde aus dem Betrieb ein industrielles Großunternehmen, dessen Geschäftsbeziehungen stark ausgeweitet wurden.

Aufgrund seiner unternehmerischen Qualitäten, aber auch wegen seiner langjährigen Tätigkeit als Stadtverordneter von 1875 bis 1905 und nicht zuletzt wegen seiner der Stadt gemachten Stiftungen erhielt er 1917 aus Anlass seines 70. Geburtstages die Ehrenbürgerwürde und die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Karlsruhe. 1913 war Wolff bereits von Großherzog Friedrich II. mit dem Titel Geheimer Kommerzienrat geehrt worden. 1920 wurde eine Straße in der Hardtwaldsiedlung nach ihm benannt. Heute erinnert auch die Friedrich-Wolff-Anlage im Stadtgarten, dem er noch kurz vor seinem Tode großzügige Spenden hatte zukommen lassen, an den Industriepionier und Ehrenbürger. Mit seinem Tod verlor die Stadt einen ihrer bedeutendsten Industriellen, dessen Unternehmen weit über Karlsruhe hinaus bekannt war.

Ernst Otto Bräunche 2021

Quellen

Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1917, Jg. 33. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1919, S. 348, https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/chronik/HF_sections/content/1450265494993/10_Dq1_Karl_Chronik_1917.pdf (Zugriff am 28. Mai 2021); Chronik der Landeshauptstadt Karlsruhe für die Jahre 1918/19, 34.-35. Jg., Karlsruhe 1925, S. 425-426; Chronik der Landeshauptstadt Karlsruhe für die Jahre und 1920/23, 36.-39. Jg., Karlsruhe 1930, S. 81 f.; https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/chronik/HF_sections/content/ZZmmykWtUetaPQ/10_Dq1_Karl_Chronik_1920-23.pdf (Zugriff am 28. Mai 2021); Badische Presse vom 17. Juni 1920, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/2029607?query=Wolff (Zugriff am 28. Mai 2021).

Literatur

Michael Borrmann/Maja Pigur: Die Parfümerie- und Feinseifenfabrik F. Wolff & Sohn, in: Rainer Beck u. a.: Industriearchitektur in Karlsruhe. Beiträge zur Industrie- und Baugeschichte der ehemaligen badischen Haupt- und Residenzstadt bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges, 2. überarb. Aufl. 1993, S. 51-67 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 6); Angelika Sauer: "...wird wegen dem Geburtstag des Großherzogs morgen die Fabrik um 12 Uhr geschlossen". Das Firmenarchiv der Parfümerie & Feinseifenfabrik Wolff & Sohn im Stadtarchiv Karlsruhe, in: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge Bd. 2, 1993-1998, Karlsruhe 1998, S. 47-51, https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv/HF_sections/content/ZZmmClFyyGegjB/Blick%20in%20die%20Geschichte%201993-1998.pdf (Zugriff am 28. Mai 2021).