Jakob Friedrich von Batzendorf

Architekt, Ingenieur.

Über das Geburtsjahr und die Herkunft von Batzendorf ist Näheres nicht bekannt. 1711 wurde er Fähnrich der Garde des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach. Als er vor 1715 vom Markgrafen den Auftrag zum Entwurf des Karlsruher Schlosses erhielt, lebte er in Durlach. 1715 fand er als Sous-Lieutnant Aufnahme bei den markgräflichen Kreistruppen.

1712 fertigte Batzendorf Pläne für die Friedhofskapelle in Durlach und für die St. Nikolauskirche in Rüppurr. Das Hauptwerk von Batzendorf ist der am 17. Juni 1715 begonnene Schlossbau der neuen markgräflichen Residenz in Karlsruhe. Dank vorhandener historischer Pläne ist es gesichert, dass Batzendorf auch zweistöckige Wohn- und Verwaltungsbauten (unter anderem markgräfliche Kanzlei) an der Stadtseite des Zirkels entwarf. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass Batzendorf maßgeblich am Entwurf der ersten Stadtgrundrisse und der ersten zwischen der Langen Straße (heute Kaiserstraße) und dem Zirkel gelegenen einstöckigen Modellhäuser beteiligt war. Später fertigte Batzendorf Pläne eines Fachwerkbaus für das Pfarrhaus in Graben (1715/16) und baute die im Stadtgebiet von Karlsruhe in der Mittelachse des Schlosses gelegene Konkordienkirche (1719-1722). Ab 1722 verlieren sich seine Spuren in Karlsruhe.

Arthur Mehlstäubler 2012

Quelle

GLA G Baupläne Karlsruhe 107, 129, 130, 136a, 137, 140-142.

Literatur

Emil Gutmann: Das Großherzogliche Residenzschloss zu Karlsruhe, in: Zeitschrift für die Geschichte der Architektur, Beiheft 5, Heidelberg 1911; Ursula Merkel: "Zu mehrer Zierde und Gleichheit des Orths". Der Modellhausbau des 18. Jahrhunderts in Karlsruhe, in: Planstädte der Neuzeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, Ausst.-Kat. Karlsruhe 1990, S. 243 ff.