Jakob Hemberger um 1850, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 627.

Jakob Friedrich Alois Hemberger

Architekt, Hofbaudirektor, * 7. Februar 1826 Karlsruhe, † 15. Juni 1906 Karlsruhe, ∞ 1860 Fanny Ries, 1 Kind.

Der Sohn eines Regimentsmusikers finanzierte seine Ausbildung an der Privatschule von Lafontaine und auch Teile seines Studiums durch Nachhilfeunterricht. Am Polytechnikum studierte Hemberger 1841-1847 unter anderen bei Heinrich Hübsch und Friedrich Eisenlohr. Während des Studiums arbeitete er mehrfach als Gehilfe bei der Großherzoglichen Baubezirksinspektion in Karlsruhe, wo er nach der Staatsprüfung 1852-1854 auch seine Zeit als Baupraktikant verbrachte. 1854-1856 folgte anfangs mit Karl Joseph Berckmüller die örtliche Bauleitung am Empfangsgebäude des Badischen Bahnhofs in Basel, 1857 wurde Hemberger Vorstand der Eisenbahnhochbauinspektion Waldshut, 1862 Bezirksbauinspektor in Donaueschingen, 1863 Vorstand der Bezirksbauinspektion Lörrach, wo er maßgeblich an mehreren öffentlichen Bauten beteiligt war. 1874 übersiedelte Hemberger nach Freiburg als Leiter beim Bau des Landesgefängnisses. Noch vor dessen Fertigstellung betraute man ihn auf Empfehlung und in Nachfolge seines Förderers Joseph Berckmüller unter Ernennung zum Baurat mit der Vorstandsstelle des Hofbauamtes in Karlsruhe. 1884 wurde Hemberger zum Oberbaurat und 1891 zum Hofbaudirektor ernannt und 1899 auf eigenen Antrag in den Ruhestand versetzt.

Während seiner Zeit in Karlsruhe war Hemberger überwiegend mit Um- und Ausbauten an Gebäuden der großherzoglichen Familie beschäftigt. Zudem errichtete er im Fasanengarten ein Hofdienergebäude und plante gemeinsam mit seinem Sohn Hermann Hemberger das Mausoleum im Fasanengarten (1896).

Hemberger war Vorstandsmitglied des Badischen Architekturvereins und badischer Delegierter bei der Kommission für Preußisches Gefängniswesen in Berlin und war Träger des Kommandeurskreuzes des Zähringer Löwenordens.

Meinrad Welker 2012

Literatur

August Stürzenacker: Jakob Ludwig Alois Hemberger, in: Badische Biographien Bd. 6, hrsg. von Albert Krieger und Karl Obser, Heidelberg 1935, S. 419-421; Das Geistige Deutschland am Ende des XIX. Jahrhunderts. Enzyklopädie des deutschen Geisteslebens in biographischen Skizzen, Bd. 1: Die bildenden Künstler, Leipzig, Berlin 1898, S. 284; Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe, 22. Jg. 1906. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1907, S. 248, http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/chronik.de (Zugriff am 29. Juni 2016).