Großherzogliche Grabkapelle, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVc 261.
Sarkophage Friedrichs I. und Luises von Baden, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVc 147.
Sarkophag des Prinzen Ludwig Wilhelm, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVc 146.

Großherzogliche Grabkapelle

Die Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe ist eine der Grablegen der großherzoglich-badischen Familie. Sie befindet sich im Fasanengarten am Zusammentreffen von Lärchenallee und Klosterweg und wurde zwischen 1889 und 1896 nach Plänen von Friedrich und Hermann Hemberger im Stil der Neogotik erbaut. Anlass für ihre Errichtung war der frühe Tod Prinz Ludwig Wilhelms von Baden, der Sohn Großherzog Friedrichs I. und jüngerer Bruder des späteren Großherzogs Friedrich II.

Um möglichst ungestört trauern zu können, hatten der Großherzog und seine Frau Luise von Baden den Wunsch, dass ihr Sohn abseits des städtischen Treibens in einem Mausoleum im Hardtwald seine letzte Ruhe finden sollte. Die Kapelle wird daher in der Literatur vereinzelt auch Prinz-Ludwig-Gedächtniskirche genannt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Mitglieder des großherzoglichen Hauses in der Gruft der von Friedrich Weinbrenner gebauten Evangelischen Stadtkirche beigesetzt worden.

Die Großherzogliche Grabkapelle ist die letzte Grablege des Hauses Baden. Nachdem die Evangelische Stadtkirche im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff zerstört worden war, wurden die dort beigesetzten Familienmitglieder 1946 in die Krypta der unversehrt gebliebenen Grabkapelle umgebettet. 1952 wurde Hilda von Nassau, Badens letzte Großherzogin, als letztes Mitglied der großherzoglichen Familie in der Grabkapelle beigesetzt. Heute sind in der Krypta insgesamt 17 Angehörige des Hauses Baden bestattet. Ein weiterer Sarg, die letzte Ruhestätte des Prinzen Wilhelm von Baden, ist leer, da dessen sterbliche Überreste 1953 nach Salem zu seinen Nachfahren überführt wurden. Erwähnenswert sind die Sarkophage von Ludwig Wilhelm und seinen Eltern, auf denen sich stilisierte Liegefiguren aus Marmor befinden, die von Hermann Volz geschaffen wurden, sowie die von Hermann Binz gestalteten Greifenköpfe.

Von außen fallen an der Grabkapelle, die zu keiner Zeit als Kirche genutzt wurde, die auf Fernsicht ausgerichteten Proportionen und der ungewöhnlich hohe Vierungsturm auf. Darüber hinaus ist das Bauwerk mit Fialen, einem Wasserspeier und Drachenfiguren verziert. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg bieten regelmäßig Führungen an.

René Gilbert 2016

Quellen

StadtAK 8/ZGS 3a-b; Homepage der Großherzoglichen Grabkapelle Karlsruhe: http://www.grabkapelle-karlsruhe.de/start/ (Zugriff am 10. Januar 2016).

Literatur

Bodo Blenk: Die Großherzogliche Grabkapelle in Karlsruhe – ein Beitrag zur Stadtgeschichte, Hohenweststedt 1978; Kurt Andermann: Das Großherzogliche Mausoleum im Fasanengarten, in: Residenz im Kaiserreich. Karlsruhe um 1890, Karlsruhe 1990, S. 62-65; Annegret Kalvelage: "Fernab vom Getriebe der Stadt". Die Grablege der Großherzöge Badens, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 32. Jg., 3/2003, hrsg. vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Esslingen 2003, S. 218-221; Konrad Krimm: Rückzugsort oder fürstliches Denkmal? Das Mausoleum im Karlsruher Hardtwald , in: Memoria im Wandel. Fürstliche Grablegen in der Frühen Neuzeit und im 19. Jahrhundert, hrsg. von Winfried Klein und Konrad Krimm, Ostfildern 2016, S. 143-178 (= Oberrheinische Studien Bd. 35).