Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1220.

Wilhelm Riefstahl

Landschafts- und Architekturmaler, Lithograph, * 15. August 1827 Neustrelitz/Mecklenburg, † 11. Oktober 1888 München, ∞ 1860.

Der Sohn eines Schneidermeisters lernte nach dem Besuch der Realschule ein halbes Jahr lang bei einem Stubenmaler. Im Alter von 16 Jahren ging Wilhelm Riefstahl nach Berlin und studierte an der Kunstakademie bei Wilhelm Schirmer. Er reiste nach Rügen (1846, 1858), Westfalen, wanderte durch Süddeutschland (ab 1852) und fuhr in die Schweiz (1861, 1865), nach Österreich (1850er-Jahre, ab 1862, 1867) und Rom (1869/70). Seit 1868 lebte er in Karlsruhe, wo er an der Kunstschule von 1870-1874 als Professor tätig war. Nach einer Romreise kehrte er nach Karlsruhe zurück und übernahm für drei Jahre die Direktion der Kunstschule. Im Anschluss an eine weitere Romreise ließ er sich 1878 in München nieder.
Wilhelm Riefstahl war ein Maler wildromantischer Landschaften mit glaubhaft-natürlicher Wirkung, die er auf seinen vielen Reisen unmittelbar erlebt hatte. Sein guter Ruf gründete sich auf der stimmigen Verschmelzung seiner Landschaften mit Figuren, zumeist einfachen Bewohnern dieser Gegenden. Später entstanden verstärkt Innenraumdarstellungen mit Geistlichen und Architekturdarstellungen. Für das von Franz Kugler begründete Werk "Denkmäler der Kunst" (Stuttgart 1845-1856) zeichnete er Tafeln mit architektonischen Motiven. Es folgten Aufträge für Buchillustrationen.
Riefstahl wurde von den Kunstakademien in München und Berlin als Ehrenmitglied aufgenommen. Die Stadt Karlsruhe benannte 1896 die Riefstahlstraße nach ihm.

Arthur Mehlstäubler 2013

Werk

Ein Gemälde in der Städtische Galerie Karlsruhe; sieben Gemälde, zehn graphische Blätter in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Literatur

Wilhelm Lübke: Wilhelm Riefstahl, in: Badische Biographien, Bd. 4, Karlsruhe 1891, S. 347 ff.; Hyacinth Holland: Riesstahl, Wilhelm“, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Bd. 28, Leipzig 1889, S. 539-541; Joseph August Beringer: Badische Malerei 1770 - 1920, Karlsruhe 1922 (veränderter Nachdruck 1979), S. 268.