Ludwig Käppele, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 354.

Ludwig Karl Friedrich Käppele

Metzger, Stadtverordneter, Stadtrat, * 28. Oktober 1856 Karlsruhe, † 16. August 1918 Karlsruhe, ev., ∞ 1880 Helene Stetter, mindestens 1 Sohn.

Ludwig Karl Friedrich Käppele war der Sohn des Wurstlers Ludwig Käppele. Wie sein Vater ergriff auch er den Metzgerberuf und brachte es bis zum Meister und Inhaber einer eigenen Metzgerei. Sein erstes Geschäft eröffnete er in der Langen Straße 136 (heute Kaiserstraße). Nach einigen erfolgreichen Jahren eröffnete Käppele 1880 in der Waldstraße 47 sein Hauptgeschäft und betrieb mehrere, zeitweilig bis zu zwölf Filialen, im Stadtgebiet. Käppele war Mitglied der Metzgerinnung und arbeitete bis 1913 als Metzger.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Käppele für die Nationalliberale Partei in der Kommunalpolitik. So amtierte er 1887-1893 als Stadtverordneter und von 1893 bis zu seinem Tod als Stadtrat. Käppele war Mitglied der Baukommission, der Disziplinar- und Festkommission, der Kommission zur Beantwortung von Handwerkerfragen, der Schlacht- und Viehkommission, der Schätzungskommission, der Krankenhaus-, Kunst- und Stadtgartenkommission sowie der Badanstaltkommission. Zeitweise übernahm er auch das Amt des Inspektors des Vierordtbades und des Städtischen Krankenhauses, wobei er besonderes Augenmerk auf die Verpflegung der Patienten legte. Außerdem war Käppele Mitglied des Bezirksrats, des Schatzungsrats, des Verwaltungsrats der Volksbibliothek sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats der Schremppschen Arbeiter-Stiftung und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Stiftung. Im Ersten Weltkrieg erwarb sich Käppele als Leiter der Karlsruher Kriegsküche große Verdienste um die Lebensmittelversorgung der armen Stadtbevölkerung.

In seiner Freizeit trat Käppele im Freundeskreis, gelegentlich auch bei offiziellen Veranstaltungen, als Hobbysänger auf. Zudem unterhielt er rege Kontakte zu zahlreichen Künstlern der Stadt und arbeitete zeitweilig als Referent für das Sommertheater, die Eisbahn und für die Tierhaltung. Seit 1905 ziert Käppeles Gesicht eine der Säulen des Brunnens auf dem Stephanplatz. 1955 wurde die Käppelestraße in der Oststadt nach ihm benannt.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 390/1957 (Bild 92); Badische Presse Nr. 381 vom 17. August 1918; Karlsruher Adressbücher 1880-1920.

Literatur

Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für die Jahre 1918 und 1919, 34./35. Jg., Karlsruhe 1925, S. 229 f.