Franz Reichard, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 610.

Franz Karl Reichard

Ingenieur, Leiter der Stadtwerke Karlsruhe, * 31. Mai 1842 Bruchsal, † 5. Dezember 1923 Heilbronn, kath.

Franz Reichard, Sohn eines Polizeiaktuars, studierte Ingenieurwesen und arbeitete anschließend 1864-1867 im badischen Staatsdienst. Hier war er am Bau des Gaswerks beim Mühlburger Tor beteiligt. Als das Werk zwei Jahre später in den Besitz der Stadt Karlsruhe überging, wurde Reichard Ingenieur beim städtischen Gaswerk, das zusammen mit dem damals im Bau befindlichen Wasserwerk den Beginn der Stadtwerke Karlsruhe markiert. 1881 folgte seine Beförderung zum Direktor des städtischen Gas- und Wasserwerks, dem 1900 das Elektrizitätswerk angegliedert wurde. 1910 trat Reichard in den Ruhestand.

Während seiner Tätigkeit erwarb sich Reichard große Verdienste um die Weiterentwicklung der Gas- und Wasserversorgung in Karlsruhe. So kam es infolge des stark gestiegenen Gasverbrauchs 1885/86 unter seiner Leitung zum Bau des Gaswerks Ost südlich des Schlachthofgeländes. Zudem lieferte er den Entwurf für den 1893 fertig gestellten Wasserhochbehälter auf dem Lauterberg. Zusammen mit Heinrich Meidinger arbeitete Reichard daran, Gas nicht nur zum Beleuchten und zum Kochen, sondern auch zum Heizen verwenden zu können. Wegen seiner ausgewiesenen Fachkompetenz wurde er zur Konstruktion und dem Bau mehrerer Gaswerke in ganz Deutschland herangezogen.

Für seine Verdienste im Bereich der städtischen Gas- und Wasserversorgung verlieh ihm der Deutsche Verein von Gas- und Wasserfachmännern 1911 die Bunsen-Pettenkofer-Ehrentafel.

René Gilbert 2016

Quelle

GLA 390/630 (Bild 110).

Literatur

Chronik der Landeshauptstadt Karlsruhe für die Jahre 1920/23, Jg. 36-38, Karlsruhe 1930, S. 335 f. ; Stadt Karlsruhe (Hrsg.): Chronik der Wasserversorgung von Durlach und Karlsruhe, Karlsruhe 1996.