Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/56b.

Albert Braun

Fabrikant, Stadtrat, * 11. Mai 1871 Posen, † 2. Februar 1932 Karlsruhe, jüd., ∞ 1. Rosa Lippmann, jüd., 1 Kind, 2. Charlotte Martha Wolf, ev., 4 Kinder.

Albert Braun war Teilhaber der Firma Queissner & Cie - Papierwaren, Buch- und Steindruckerei - die er nach dem Ausstieg des Kompagnons Gustav Queissner nach 1900 als A. Braun & Cie fortführte. Ansässig war die Firma seit 1920 in der Zeppelinstr. 1. Das Geschäft brachte Braun Wohlstand und Ansehen. Er engagierte sich kommunalpolitisch, konzipierte noch vor Ende des Ersten Weltkriegs zur Behebung der Wohnungsnot ein großes Bauprogramm und vertrat die liberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) 1919-1922 im Stadtrat. Zuvor hatte Braun im März 1919 die Handwerker-Baugenossenschaft - seit 1927 Gemeinnützige Hardtwaldsiedlung - gegründet, die noch im selben Jahr mit dem Bau von Häusern in der heutigen Hardtwaldsiedlung begann. Braun führte das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden bis zu seinem frühen Tod 1932. Seiner Initiative und Fähigkeit verdankte die Genossenschaft den schnellen und reibungslosen Erwerb verschiedener Flächen für den groß angelegten Wohnungsneubau. Wegen der nationalsozialistischen Diskriminierung emigrierte die Witwe Brauns mit den Kindern 1938 nach Australien.

Bereits 1929 wurde eine Straße in der neuen Dammerstock-Siedlung Albert-Braun-Straße genannt. Die Nationalsozialisten benannten sie wegen seiner jüdischen Herkunft 1933 in Danziger Straße um, was nach 1945 nicht rückgängig gemacht wurde. 1964 erhielt in Oberreut wieder eine Straße den Namen von Braun. Seit 1994 erinnert eine Tafel an seinem Wohnhaus in der Roggenbachstraße 30 an sein Wirken.

Jürgen Schuhladen-Krämer 2012

Quelle

StadtAK 1/POA 2/819.

Literatur

Josef Werner: Bauen und Wohnen. 75 Jahre Hardtwaldsiedlung Karlsruhe, Karlsruhe 1994.