Friedrich Eberle in den 1930er-Jahren, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1982.

Friedrich Eberle

Oberpostsekretär, Museumsgründer, Heimatforscher, * 28. Juli 1877 Durlach, † 30. November 1948 Karlsruhe, ev., ∞ 1. Johanna Krasemann, 2. 1922 Walburga Reinmuth, geb. Cawein.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Durlach trat der Sohn eines Schlossers 1894 in den Dienst der Reichspost ein. Als Postbeamter war er zunächst in Achern und Mosbach, ab 1909 bis zur Pensionierung in Karlsruhe tätig. Eberle diente beim Badischen Infanterieregiment in Freiburg und war im Ersten Weltkrieg als Soldat unter anderem in Frankreich.

Nach seiner Rückkehr nach Durlach 1909 begann er mit dem Aufbau einer eigenen Altertümersammlung, beschäftigte sich aber auch mit der Geschichte Durlachs. 1913 übernahm Eberle das Ehrenamt des städtischen Konservators des Pfinzgaumuseums, richtete es 1922 im Prinzessenbau der Karlsburg ein und macht es 1924 der Öffentlichkeit zugänglich. Zudem verfasste Eberle geschichtliche Artikel über Durlach und seine Einwohner, initiierte ab 1924 die Durlacher Bürgerfestumzüge, schrieb Vereinschroniken und zeichnete Durlach und Umgebung. 1926-1930 war Eberle Stadtrat in Durlach und ab 1933 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Aufgrund vieler Aussagen unbelasteter Durlacher Bürger wurde er nach 1945 als Mitläufer eingestuft. Kurz vor seinem Tod gab er die Leitung des Pfinzgaumuseums ab. Seit 1962 erinnert die Friedrich-Eberle-Straße an ihn.

Anke Mührenberg 2012

Quelle

StadtAK 7/NL 11 Eberle.

Literatur

Anke Mührenberg: Der Zukunft verpflichtet. Friedrich Eberle, der Gründer des Pfinzgaumuseums, hrsg. anlässlich der gleichnamigen Ausstellung 2002 im Pfinzgaumuseum; Christianne Weber: Friedrich Eberle und das Pfinzgaumuseum - die Geschichte der Durlacher Heimatsammlung, in: Fünf Vorträge in der Durlacher Karlsburg, Karlsruhe 1990, S. 51-66 (= Karlsruher Beiträge Nr. 5).