Karl Ramstein, 1945, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 215/6b.

Karl Otto Ramstein

Kaufmann, Lehrer, Stadtrat, * 1. November 1906 Karlsruhe, † 23. März 1971 Karlsruhe, kath., ∞ 1934 Angela Maria Agatha Droll, 1 Kind.

Karl Ramstein, Sohn eines Kaufmanns, legte 1925 sein Abitur am Karlsruher Realgymnasium ab und absolvierte anschließend eine Banklehre bei der Handels- und Gewerbebank Karlsruhe. Danach studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe, der Universität Heidelberg und an der Handelshochschule Mannheim. 1929 schloss Ramstein das Studium mit dem Diplom sowie dem ersten Staatsexamen für das höhere Lehramt an Handelsschulen ab. 1931 folgte das zweite Staatsexamen. 1932-1934 arbeitete Ramstein als Handelsschulreferent in Karlsruhe. Daneben betätigte er sich 1933/34 für die Zentrumspartei im Bürgerausschuss als Stadtverordneter. Ab 1934 war Ramstein Geschäftsführer des Textilwarengeschäfts Paul Burchard in Karlsruhe. Als Burchard wegen seiner jüdischen Herkunft 1937 emigrieren musste, übernahm Ramstein zwei von dessen Filialen.

Etwa um dieselbe Zeit lernte Ramstein Reinhold Frank kennen. Schon zuvor in losem Kontakt zu Personen des Widerstands stehend, zählte Ramstein bald zum inneren Kreis der Widerstandsgruppe um Reinhold Frank, zu dem auch Franz Sprauer, Siegfried Kühn und Alfred Ibach gehörten.

Nach Kriegsende wurde Ramstein zum Oberregierungsrat und Leiter des Landeswirtschaftsamts Nordbaden in Karlsruhe berufen und blieb dies bis zur Auflösung des Amts Ende 1949. Als politisch Unbelasteter ernannte ihn die amerikanische Militärregierung im September 1945 für das Zentrum zum Stadtrat (bis 1946) im ersten von ihr gebildeten Nachkriegs-Gemeinderat. 1953 kehrte Ramstein in den Schuldienst zurück.

René Gilbert 2016

Quelle

GLA 465h/55391.

Literatur

Michael Kißener: Für das Recht. Die Karlsruher Widerstandsgruppe um Reinhold Frank, in: 20. Juli 1944 in Baden und Württemberg, hrsg. von Rudolf Lill und Michael Kißener, Konstanz 1994, S. 19-59 (= Portraits des Widerstands Bd. 3); Klaus Eisele: Die »Aktion Goerdeler«. Mitverschwörer des 20. Juli 1944 im deutschen Südwesten. Biographische Skizzen, in: Ebd., S. 187 f.