Hoelz-Schlacht

Zur Strategie der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gehörte es, Versammlungen gegnerischer Parteien zu stören und nach Möglichkeit zu sprengen. Die Festhalle war am 23. April 1929 Schauplatz einer solchen Aktion, als die Rede des Kommunisten Max Hoelz, der 1921 maßgeblich an den kommunistischen Aufständen in Mitteldeutschland beteiligt gewesen war, immer wieder durch die zahlreich erschienenen Nationalsozialisten unterbrochen wurde. Am Schluss der Veranstaltung kam es zu einer handfesten Prügelei, in deren Verlauf trotz des sofortigen Eingreifens der Polizei unter anderem der Redner selbst verletzt wurde und hoher Sachschaden entstand. In Karlsruhe konnte aber eine Eskalation der Gewalt wie im übrigen Reichsgebiet verhindert werden, da die badische Regierung entschlossen gegen solche Ausschreitungen vorging. Verantwortlicher Einsatzleiter der Polizei an jenem Abend war August Furrer, der energisch gegen die Randalierer vorging, wodurch er bei den Nationalsozialisten zu einem der bestgehassten Personen wurde.

Ernst Otto Bräunche 2012

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Residenzstadt, Landeshauptsstadt, Gauhauptstadt. Zwischen Demokratie und Diktatur 1914-1945, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe - Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 358-502, S. 431.