Stadthalle, 1959, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA V V 502.
Neubau der Stadthalle, 1992, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Bildstelle I 6277/8.

Stadthalle

Die Stadthalle ist ein Gebäude für Fest- und Konzertveranstaltungen auf dem Karlsruher Festplatz. Ihre Planung durch die Karlsruher Architekten Robert Curjel und Karl Moser (Architektenbüro Curjel & Moser) begann 1904 im Rahmen eines Bebauungskonzepts für die nördliche Seite des Festplatzes. Die Neugestaltung des Geländes um den Ettlinger-Tor-Platz infolge der Verlegung des Hauptbahnhofs 1913 sorgte jedoch dafür, dass der Baubeginn der Stadthalle mehrfach verschoben werden musste. Da in ihr zum 200-jährigen Stadtgeburtstag 1915 eine große Jubiläumsausstellung für Kunst und Gewerbe stattfinden sollte, geriet die Stadtverwaltung allerdings unter Zeitdruck, sodass sie Ende 1913 handelte und begann, die Gleise des alten Hauptbahnhofs zu demontieren sowie das Panoramagebäude und das Stadtgartentheater abzureißen.

Nach umgearbeiteten Plänen des Münchner Architekten Theodor Fischer konnte die Stadthalle von Curjel & Moser bis 1915 schließlich äußerlich fertig gestellt werden. Zeitgleich wurde an der westlichen Seite des Festplatzes das Konzerthaus errichtet. Der Erste Weltkrieg sorgte allerdings dafür, dass die Feierlichkeiten zum Stadtgeburtstag abgesagt und die Herrichtung der Außenanlagen um die Halle nicht vollendet wurden. Dieser Zustand blieb die folgenden Jahrzehnte bestehen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadthalle durch mehrere Bombeneinschläge stark beschädigt, jedoch nach Kriegsende, wie das ebenso beschädigte Konzerthaus, zügig wiederaufgebaut. Daher diente sie ab Oktober 1950 dem Schauspielhaus (Kleines Haus) des Badischen Staatstheaters bis zu dessen Neubau 1975 als provisorische Bühne, während das Konzerthaus als Großes Haus genutzt wurde.

Nachdem die Architekten Herman Rotermund und Christine Rotermund-Lehmbruck 1979 den Wettbewerb für den Bau einer neuen Stadthalle gewonnen hatten, kam es von 1981-1985 zum Neubau der Halle, in welchen der erhalten gebliebene Säulengang des Ursprungsbaus integriert wurde. Herzstück der neuen Stadthalle ist der Johannes-Brahms-Saal im Obergeschoss. Im Erdgeschoss befinden sich der Weinbrenner-Saal und der Clubraum, im Untergeschoss der Hans-Thoma-Saal, der Johann-Peter-Hebel-Saal, der Alfred-Mombert-Saal und der Viktor-von-Scheffel-Saal. Hinzu kommen fünf Konferenz- und 17 Seminarräume.

René Gilbert 2015

Quellen

StadtAK 1/H-Reg 204, 8/ZGS 26a.

Literatur

Gerhard Kabierkse: Festplatz, in: Manfred Koch (Hrsg.): Stadtplätze in Karlsruhe, Karlsruhe 2003, S. 236-249, hier S. 240, S. 245 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 26).