V. Mannschaft des FC Mühlburg, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 211.

FC Mühlburg 1905

Der 1905 gegründete FC Mühlburg ging aus dem 1. FV Sport Mühlburg 1895 hervor. Die Mühlburger Jugend, darunter die Gründer des 1. FV Mühlburg Karl Roth und Max Lehmann, sollen auf dem Lindenplatz gespielt haben, ehe sie auf einen Platz auf dem Seldeneckschen Feld zwischen Kalliwoda- und Philippstraße umzogen. Dort spielte auch der 1. FV Mühlburg, der sich nach zehn Jahren auflöste, als die jüngeren Vereinsmitglieder im Streit aus dem Verein ausschieden und den FC Mühlburg gründeten.

Der FC Mühlburg konnte im Jahr 1908 einen neuen Fußballplatz auf einem Grundstück an der Honsellstraße anlegen. Im Ersten Weltkrieg wurde der Spielbetrieb bis 1916 eingestellt und auch danach nur eingeschränkt mit Jugendlichen wieder aufgenommen. Nach dem Krieg, in dem der Verein 47 Tote, fast ein Viertel seiner zum Kriegsdienst eingezogenen Mitglieder, zu beklagen hatte, gewann der FC Mühlburg die Karlsruher Stadtmeisterschaft. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein rund 500 Mitglieder. Nach der Besetzung des Rheinhafens durch französische Truppen am 3. März 1923 untersagte der französische Kommandant alle Spiele, so dass der FC Mühlburg über ein Jahr auf fremden Plätzen spielen musste. Zu diesem Zeitpunkt war der FC Mühlburg die einzige Karlsruher Mannschaft in der Bezirksliga nach dem Abstieg der beiden Altmeister Karlsruher Fußballverein (KFV)) und FC Phönix. Er folgte aber beiden nach dem Spieljahr 1924/25 in die Kreisliga. Der Verein blieb zweitklassig bis 1931, als der Wiederaufstieg gelang. Die 1931 erreichte Erstklassigkeit des Vereins stand 1933 auf dem Spiel, als die Spielklassen neu strukturiert wurden. Es kam zur Fusion mit dem Verein für Bewegungsspiele (VFB) Karlsruhe, der aufgrund eigener finanzieller Schwierigkeiten diese Fusion ebenfalls begrüßte. Der neue Verein hieß VfB Mühlburg, der nun in der Gauliga Baden spielte.

Ernst Otto Bräunche 2012

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 202-203 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Illustrierte Chroniken der Karlsruher Sportvereine: http://web2.karlsruhe.de/sportarchiv/detail.php?verein=MUE (Zugriff am 28. August 2015).