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Die SS wurde am 4. April 1925 von <lex id="bio-0043">Adolf Hitler</lex> als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der <lex id="ins-1941">Sturmabteilung (SA)</lex>. Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von <lex id="ins-1480">Geheimer Staatspolizei (Gestapo)</lex>, Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der <lex id="ereig-0016">Nationalsozialisten</lex>. |
Die SS wurde am 4. April 1925 von <lex id="bio-0043">Adolf Hitler</lex> als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der <lex id="ins-1941">Sturmabteilung (SA)</lex>. Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von <lex id="ins-1480">Geheimer Staatspolizei (Gestapo)</lex>, Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der <lex id="ereig-0016">Nationalsozialisten</lex>. |
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Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das <lex id="ins-1099">Badische Landespolizeiamt</lex>, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter <lex id="bio-0064">Robert Wagner</lex> die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien |
Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das <lex id="ins-1099">Badische Landespolizeiamt</lex>, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter <lex id="bio-0064">Robert Wagner</lex> die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien aufgefallen war. Diese Gründung wurde am 15. April 1929 von Himmler als Schutzstaffel anerkannt, so dass dies später als Gründungsdatum der Karlsruher SS galt. Neben Heidt gehörten der Lagerist Franz Krummich, Verwaltungsassistent Rudolf Link, Kaufmann Gustav Mußgnug, Reichsbahnbetriebsassisstent Paul Ruthmann, Peter Schlindwein, der Kanzleiangestellte Paul Sührer und der Kaufmann Ludwig Werle zu den Gründungsmitgliedern. |
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Erstmals trat die SS dann bei der "<lex id="ereig-0217">Hölzschlacht</lex>" in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Der SS-Sturm 17 Karlsruhe war inzwischen Teil der SS-Brigade XV, Ende 1930 wurde er zur SS-Standarte XXVIII, Führer war Georg Heitz. |
Erstmals trat die SS dann bei der "<lex id="ereig-0217">Hölzschlacht</lex>" in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Der SS-Sturm 17 Karlsruhe war inzwischen Teil der SS-Brigade XV, Ende 1930 wurde er zur SS-Standarte XXVIII, Führer war Georg Heitz. |
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Version vom 19. Januar 2026, 09:34 Uhr
Schutzstaffel der NSDAP (SS)
Die SS wurde am 4. April 1925 von Adolf Hitler als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der Sturmabteilung (SA). Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von Geheimer Staatspolizei (Gestapo), Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der Nationalsozialisten.
Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das Badische Landespolizeiamt, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter Robert Wagner die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien aufgefallen war. Diese Gründung wurde am 15. April 1929 von Himmler als Schutzstaffel anerkannt, so dass dies später als Gründungsdatum der Karlsruher SS galt. Neben Heidt gehörten der Lagerist Franz Krummich, Verwaltungsassistent Rudolf Link, Kaufmann Gustav Mußgnug, Reichsbahnbetriebsassisstent Paul Ruthmann, Peter Schlindwein, der Kanzleiangestellte Paul Sührer und der Kaufmann Ludwig Werle zu den Gründungsmitgliedern.
Erstmals trat die SS dann bei der "Hölzschlacht" in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Der SS-Sturm 17 Karlsruhe war inzwischen Teil der SS-Brigade XV, Ende 1930 wurde er zur SS-Standarte XXVIII, Führer war Georg Heitz.
Mit der vom Badischen Staatsministerium Anfang 1932 veröffentlichten Organisationsstruktur (Stand Herbst 1931) der SA und der SS bildete die SS in Baden die Standarte 32 unter der Führung von Hans Hellwig aus Hemsbach. Adjutant war der Kaufmännische Angestellte und NSDAP-Stadtrat Fritz Argus. Karlsruhe gehörte als Sturm 1 zu dem von Kaufmann Hermann Benner geleiteten Sturmbann II (Mittelbaden).
Bis 1936 leitete der seit 1934 in Karlsruhe wohnhafte Brigadeführer Christoph Diehm, zeitweise württembergischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des Reichstags, später Leiter des SS-Oberabschnitts West und im Zweiten Weltkrieg in die Verbrechen der SS in der besetzten Sowjetunion verwickelt, den SS-Abschnitt XIX. Nachfolger wurde SS-Oberführer Ekhardt. 1939 wird Obersturmführer Rudolf Lohse als Leiter genannt.
In seiner Karlsruher Zeit schrieb Diehm für das NS-Parteiorgan Der Führer einen Artikel als Rückblick auf das Jahr 1935: "Das schwarze Korps", aus dem sehr deutlich hervorgeht, dass sich die SS als Eliteeinheit verstand, die dem Führer Adolf Hitler als "unbedingt zuverlässige blindlings gehorsame" Einheit zur Verfügung stand. Diehm lobte die Präsenz der SS bei allen großen Veranstaltungen, wo sie ihre "stramme Disziplin" demonstrierte. Auch in Karlsruhe geschah dies zum Beispiel im Dezember 1936 bei der SS-Führertagung.
Als die Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die Dienststelle des XIX. SS-Abschnitts in Karlsruhe.
Quellen
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&id=2369155&syssuche=1617&logik=und; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828.; Sonderbeilage des "Führer" zum Kreistag Karlsruhe 1930 vom 19. Juni 1938, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3268853?query=%22Otto%20Heidt%22 (Zugriff am 5. August 2025).
Literatur
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34 f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.