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Postbeamter, <lex id="ins-0324">NSDAP</lex>-Ortsgruppenleiter, * 25. Juni 1888 Oberlauchringen/Lkr. Waldshut, † 25. Februar 1950 Karlsruhe, ∞ 26. Juni 1912 Elise Ida Siegrist. <br/ ><br/ > |
Postbeamter, <lex id="ins-0324">NSDAP</lex>-Ortsgruppenleiter, * 25. Juni 1888 Oberlauchringen/Lkr. Waldshut, † 25. Februar 1950 Karlsruhe, ∞ 26. Juni 1912 Elise Ida Siegrist. <br/ ><br/ > |
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Der Sohn eines Weichenwärters besuchte die Volksschulen Blumegg und Emmendingen, absolvierte eine Ausbildung zum Mechaniker und fand 1907 eine Anstellung bei der Reichspost im Telegrafenbau. Während des <lex id="ereig-0068">Kriegsdiensts</lex> 1914/15 beim <lex id="ins-1139">Leibgrenadierregiment 109</lex> wurde er verschüttet und 1917 für dienstunfähig erklärt. In diesem Jahr wurde er Postbeamter beim Postamt Karlsruhe, 1918 nach Schuttern versetzt und kam 1920 wieder nach Karlsruhe zurück. Erstmals 1923 war er für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) aktiv, im April 1924 war er Ortsgruppenführer des Völkischen Blocks, später Nationalsozialistische Freiheitsbewegung. Diese löste er 1925 auf und forderte zum Eintritt in die NSDAP auf |
Der Sohn eines Weichenwärters besuchte die Volksschulen Blumegg und Emmendingen, absolvierte eine Ausbildung zum Mechaniker und fand 1907 eine Anstellung bei der Reichspost im Telegrafenbau. Während des <lex id="ereig-0068">Kriegsdiensts</lex> 1914/15 beim <lex id="ins-1139">Leibgrenadierregiment 109</lex> wurde er verschüttet und 1917 für dienstunfähig erklärt. In diesem Jahr wurde er Postbeamter beim Postamt Karlsruhe, 1918 nach Schuttern versetzt und kam 1920 wieder nach Karlsruhe zurück. Erstmals 1923 war er für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) aktiv, im April 1924 war er Ortsgruppenführer des Völkischen Blocks, später Nationalsozialistische Freiheitsbewegung. Diese löste er 1925 auf und forderte zum Eintritt in die NSDAP auf. Als NSDAP-Mitglied wurde er ab dem 8. Juli 1925 geführt, am 23. März 1925 trat er in die <lex id="ins-1941">Sturmabteilung (SA)</lex> ein. Für diese Zugehörigkeit erhielt er später das Goldene Parteiabzeichen, obwohl er aus der NSDAP und der SA kurz danach wieder austrat und die Gauleitung des Frontkämpferbundes übernahm. Im Oktober 1927 trat er nach der Niederlegung der Gauleitung wieder in die NSDAP ein und wurde Ortsgruppen- und Bezirksleiter <lex id="ort-0034">Durlach</lex>, 1931 übernahm er die Leitung der Ortsgruppe Karlsruhe-<lex id="top-2933">Weststadt</lex>. |
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Es kam in der Folgezeit zu zunehmenden Differenzen mit Gauleiter <lex id="bio-0064">Robert Wagner</lex>, seit 1932 hatte er deshalb keine politische Funktion mehr in der Partei. 1934 wurde er nach dem so genannten Röhm-Putsch kurz von der <lex id="ins-1480">Geheimen Staatspolizei (Gestapo)</lex> überwacht. Er übernahm nun kurz die Führung eines SA-Reservesturms und kam dann 1936 zum Stab der SA-Brigade 53 als Fürsorgereferent, nach Kriegsausbruch zur Standarte 109 in derselben Funktion. 1944 bis 1945 arbeitete er für die Gestapo, 1936 wurde er SA-Hauptsturmführer, 1939 bis 1945 Vertrauensmann des RDB, 1924 bis 1932 Gauredner. Im <lex id="ereig-0099">Spruchkammerverfahren</lex> wurde er als Hauptschuldiger zu drei Jahren verurteilt und war 1948 im Internierungslager Friedrichplatzbunker Mannheim inhaftiert. Nach der Berufung der Ehefrau wurde im November 1951 von der Einziehung des Vermögens abgesehen. |
Es kam in der Folgezeit zu zunehmenden Differenzen mit Gauleiter <lex id="bio-0064">Robert Wagner</lex>, seit 1932 hatte er deshalb keine politische Funktion mehr in der Partei. 1934 wurde er nach dem so genannten Röhm-Putsch kurz von der <lex id="ins-1480">Geheimen Staatspolizei (Gestapo)</lex> überwacht. Er übernahm nun kurz die Führung eines SA-Reservesturms und kam dann 1936 zum Stab der SA-Brigade 53 als Fürsorgereferent, nach Kriegsausbruch zur Standarte 109 in derselben Funktion. 1944 bis 1945 arbeitete er für die Gestapo, 1936 wurde er SA-Hauptsturmführer, 1939 bis 1945 Vertrauensmann des RDB, 1924 bis 1932 Gauredner. Im <lex id="ereig-0099">Spruchkammerverfahren</lex> wurde er als Hauptschuldiger zu drei Jahren verurteilt und war 1948 im Internierungslager Friedrichplatzbunker Mannheim inhaftiert. Nach der Berufung der Ehefrau wurde im November 1951 von der Einziehung des Vermögens abgesehen. |
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Version vom 23. März 2026, 13:08 Uhr
Friedrich Berlinger
Postbeamter, NSDAP-Ortsgruppenleiter, * 25. Juni 1888 Oberlauchringen/Lkr. Waldshut, † 25. Februar 1950 Karlsruhe, ∞ 26. Juni 1912 Elise Ida Siegrist.
Der Sohn eines Weichenwärters besuchte die Volksschulen Blumegg und Emmendingen, absolvierte eine Ausbildung zum Mechaniker und fand 1907 eine Anstellung bei der Reichspost im Telegrafenbau. Während des Kriegsdiensts 1914/15 beim Leibgrenadierregiment 109 wurde er verschüttet und 1917 für dienstunfähig erklärt. In diesem Jahr wurde er Postbeamter beim Postamt Karlsruhe, 1918 nach Schuttern versetzt und kam 1920 wieder nach Karlsruhe zurück. Erstmals 1923 war er für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) aktiv, im April 1924 war er Ortsgruppenführer des Völkischen Blocks, später Nationalsozialistische Freiheitsbewegung. Diese löste er 1925 auf und forderte zum Eintritt in die NSDAP auf. Als NSDAP-Mitglied wurde er ab dem 8. Juli 1925 geführt, am 23. März 1925 trat er in die Sturmabteilung (SA) ein. Für diese Zugehörigkeit erhielt er später das Goldene Parteiabzeichen, obwohl er aus der NSDAP und der SA kurz danach wieder austrat und die Gauleitung des Frontkämpferbundes übernahm. Im Oktober 1927 trat er nach der Niederlegung der Gauleitung wieder in die NSDAP ein und wurde Ortsgruppen- und Bezirksleiter Durlach, 1931 übernahm er die Leitung der Ortsgruppe Karlsruhe-Weststadt.
Es kam in der Folgezeit zu zunehmenden Differenzen mit Gauleiter Robert Wagner, seit 1932 hatte er deshalb keine politische Funktion mehr in der Partei. 1934 wurde er nach dem so genannten Röhm-Putsch kurz von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) überwacht. Er übernahm nun kurz die Führung eines SA-Reservesturms und kam dann 1936 zum Stab der SA-Brigade 53 als Fürsorgereferent, nach Kriegsausbruch zur Standarte 109 in derselben Funktion. 1944 bis 1945 arbeitete er für die Gestapo, 1936 wurde er SA-Hauptsturmführer, 1939 bis 1945 Vertrauensmann des RDB, 1924 bis 1932 Gauredner. Im Spruchkammerverfahren wurde er als Hauptschuldiger zu drei Jahren verurteilt und war 1948 im Internierungslager Friedrichplatzbunker Mannheim inhaftiert. Nach der Berufung der Ehefrau wurde im November 1951 von der Einziehung des Vermögens abgesehen.
Quellen
GLA 465h/54495, 520/Zug. 1981-51/19631; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7864903 (Zugriff am 2. März 2026).