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Blick über den Rondellplatz auf das Kammertheater, 1979, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Bildstelle I 3415/24.
Der Eingang zum Kammertheater in der Karl-Friedrich-Straße 24, Mai 1983, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A45/130/2/22.

Kammertheater Karlsruhe

Das von Wolfgang Reinsch und Sepp Holstein gegründete Kammertheater debütierte am 25. Februar 1956 mit Jean Paul Sartres Geschlossene Gesellschaft im 70 Plätze umfassenden Keller bzw. Studio in der Amalienstraße 25. Zu Beginn der 1960er-Jahre kam mit der Tribüne bzw. Komödie eine zweite Spielstätte in der Friedenstraße 9 dazu. Beide Bühnen gingen Ende 1966 in den Räumen des ehemaligen Filmtheaters Cinema in der Waldstraße 79 auf.

Aus Platzgründen bezog das Privattheater 1985 neue Räumlichkeiten in der Karl-Friedrich-Straße 24, in einem Neorenaissance-Gebäude am Rondellplatz, das bis 1962/63 das Rondell-Filmtheater beherbergt hatte und dessen denkmalgeschützte Fassade in den dort entstandenen Gebäudekomplex des ECE-Centers integriert ist. Nach Aufkündigung der Theaterräume 2003 wegen des Neubaus des Einkaufcenters musste der Theaterbetrieb zunächst auf provisorische Übergangsbühnen (Schalander der Brauerei Hoepfner, Stephanssaal, Saal im Anne-Frank-Haus) ausweichen. Seit 2004 hat das Kammertheater seinen festen Sitz in Räumen der ehemaligen Landeszentralbank in der Herrenstraße 30-32. Die dortige Bühne verfügt über 250 Besucherplätze.

In der Anfangszeit war das Bühnenprogramm breit gefächert. Es umfasste vorrangig Klassiker, zwischen denen regelmäßig auch zeitgenössische Bühnenautoren gegeben wurden, und reichte von Trauerspielen und Dramen über Problem- und Kriminalstücke bis hin zu Grotesken, Komödien und Schwänken. Durch den verstärkten Zuspruch und die Nachfrage am Lustspiel entwickelte sich das von Reinsch bis zu seinem Tod 1998 geleitete Kammertheater immer mehr zu einem Boulevardtheater. Von 1998-2009 leitete das langjährige Ensemble-Mitglied Heidi Vogel-Reinsch das Haus und von 2009-2013 der Stuttgarter Schauspieler Bernd Gnann, der 2013 die Intendanz an Ingmar Otto abgab, aber weiterhin für die Geschäftsführung verantwortlich zeichnet. Unter Gnann, der bekannte TV-Darsteller wie Richy Müller (Cyrano de Bergerac) und Ralf Bauer (Gut gegen Nordwind) als Gastspieler holte, stiegen die jährlichen Zuschauerzahlen auf rund 38.000 an. Seit November 2013 verfügt das Theater über eine zweite Spielstätte, das so genannte K2 im ehemaligen Gemeindezentrum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Karlsruhe. Der Förderverein Freunde des Kammertheaters e. V. unterstützt seit 2001 den Spielbetrieb, wodurch auch größere Produktionen, für welche die Zuschüsse von Stadt und Land nicht ausreichen, möglich sind.

Katja Förster 2013

Literatur

15 Jahre Kammertheater Karlsruhe. 1956-1971, hrsg. vom Kammertheater Karlsruhe, zusammengestellt von Wolfgang Reinsch, Karlsruhe 1971; Interview raumK mit Heidi Vogel-Reinsch, Leiterin des Karlsruher Kammertheaters, 2004, http://www.raumk.de/index.php?option=com_content&task=view&id=48&Itemid=94 (Zugriff am 29. Oktober 2015); Gisela Plattner: 50 Jahre Kammertheater Karlsruhe, in: Karlsruher Wirtschaftspiegel 2006/2007, S. 98.