Luftaufnahme von 1977: Im Vordergrund das Fernheizwerk, im Hintergrund der Gebäudekomplex der Majolika, unten rechts das Staatliche Forstamt, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A26a/189/1/7.
Villa des Staatlichen Forstamts, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 1431.
Villa des ehemaligen Staatlichen Forstamts, Foto: Roland Feitenhansl 2015.
Eingang zur Majolika, Foto: Roland Feitenhansl 2015.
Der Scheitelpunkt des Wegs mit dem nördlichsten Schlossgarten-Tor, Foto: Roland Feitenhansl 2015.
Das Ende des Ahawegs mit dem Feldartilleriedenkmal, Foto: Roland Feitenhansl 2015.

Ahaweg

Der Ahaweg nimmt das nordwestliche Viertel eines Kreiswegs mit einem Radius von etwa 430 Metern um den Schlossturm ein und ist damit zugleich Teil des Karlsruher Fächers. Der Kreisweg beginnt namenlos im Osten an der Richard-Willstätter-Allee im Fasanengarten und nimmt in seinem gebogenen Verlauf gegen den Uhrzeigersinn die in diesem Bereich verbliebenen Radialtrahlen Hagsfelder Allee, Lärchenallee, Blankenlocher Allee, Grabener Allee, Linkenheimer Allee, Eggensteiner Allee, Kurze Allee und Teutschneureuter Allee auf und endet an der Willy-Brandt-Allee, kurz bevor diese auf die Moltkestraße trifft.

Der Ahaweg trägt seit 1923 kurz nach dem Scheitelpunkt Linkenheimer Allee diesen Namen. Dieser bezieht sich auf einen Graben mit vertiefter Böschungsmauer, die 1760 den Schlossgarten nach Norden gegen den Hardtwald abgrenzte, ohne die Sicht vom Schloss aus nach draußen zu behindern. Während des Zweiten Weltkriegs gab es Dank der Lage am Rand des Hardtwaldes und der relativ großen Entfernung von der Innenstadt keine Zerstörungen.

Im nordöstlichen Bogen, wo der Hardtwald noch bis dicht an das Schloss heranreicht, wird auf der rechten, äußeren Seite des Wegs das Gelände der Stadtgärtnerei gestreift (An der Fasanengartenmauer), bevor mit der Villa des ehemaligen Staatlichen Forstamts, 1903 von Oberhofbaurat Heinrich Amersbach, an der Ecke zur Kurzen Allee das erste Gebäude mit Hausnummer im Ahaweg erreicht wird (Nr. 2). Es folgt der Wasserturm des ehemals Großherzoglichen Wasserwerkes Karlsruhe, 1866 von Bauinspektor Karl Philipp Dyckerhoff errichtet, mit einem 1904 aufgesetzten Behälterteil (Nr. 4, heute Teil des Reservekraftwerks der Stadtwerke Karlsruhe). Hier ist an der Einfriedungsmauer ein Neptunkopf von Tobias Günther aus dem Jahr 1801 eingelassen, der bis 1867 die Unterführung unter der Erbprinzenstraße am heutigen Friedrichsplatz zierte. Auf dem Gelände befindet sich auch der Depotschuppen der Schlossgartenbahn. Nach Norden zurückgesetzt stehen die Werksanlagen der 1901 an anderer Stelle gegründeten Großherzoglichen Majolika-Manufaktur, 1908 von Pfeifer & Grossmann gebaut, mit Erweiterungsbauten 1911-1913 (Nr. 6). Abermals dahinter befinden sich zwei, 1894 und 1912 errichtete Magazingebäude des früheren Badischen Hoftheaters, die heute als Magazin und Werkstätten vom Badischen Landesmuseum genutzt werden (Nr. 8). Das letzte Bauwerk am Ende des Ahawegs bildet im Keil zur Willy-Brandt-Allee das Denkmal für die beiden Badischen Feldartillerie-Regimenter Nr. 14 und Nr. 50, 1923/24 von Hermann Billing in der Form eines Obelisken gestaltet.

Roland Feitenhansl 2013

Literatur

Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Jochen Karl Mehldau: Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 210 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); Stadtwerke Karlsruhe (Hrsg.): Chronik der Wasserversorgung von Durlach und Karlsruhe. Festschrift zum Jubiläum 125 Jahre Wasserwerk „Durlacher Wald“, Karlsruhe 1996; Annette Ludwig/Hansgeorg Schmidt-Bergmann/Bernhard Schmitt: Karlsruhe - Architektur im Blick: ein Querschnitt, Karlsruhe 2005.