Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1874.

Gustav Kampmann

Maler, Grafiker, * 30. September 1859 Boppard am Rhein, † 12. August 1917 Bad Godesberg, ev., ∞ 1891 Anna Roth, 1 Sohn.

Nach Kindheit in Schwaben und Schlesien kam Kampmann 1873 nach Karlsruhe, wo er nach der Mittleren Reife von 1878-1884 die Großherzogliche Kunstschule besuchte. Seine Lehrer waren unter anderen Gustav Schönleber und Hermann Baisch. Während dieser Zeit zeichnete er regelmäßig in der Landschaft von Grötzingen. München, Lübeck und Schleißheim waren weitere Stationen, bevor er sich 1890 mit seiner Halbschwester Jenny Nottebohm und deren zukünftigem Ehemann Otto Fikentscher im Schloss Augustenburg in Grötzingen niederließ. Zur gleichen Zeit bildete sich mit Friedrich Kallmorgen, Margarethe Hormuth-Kallmorgen und anderen die Malerkolonie Grötzingen, der er sich anschloss.
Anfang der 1890er-Jahre gab Gustav Kampmann den kleinteiligen naturalistischen Landschaftsstil des vorangegangenen Jahrzehnts auf und reduzierte das Naturvorbild auf die wesentlichen Formen, deren lineare Wiedergabe zu stark abstrahierten, zweidimensionalen Kompositionen führte. 1896 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Karlsruher Künstlerbundes.
Als er 1905 den Ruf an die Leipziger Kunstakademie ablehnte, verlieh ihm Großherzog Friedrich I. den Titel eines Professors. 1908 baute er sich in Grötzingen ein Atelier- und Wohnhaus. Krankheitsbedingte Beeinträchtigungen in der Ausübung seiner Kunst trieben ihn in den Freitod. Zum Gedenken an sein künstlerisches Wirken wurde 1924 die Kampmannstraße in Grötzingen nach ihm benannt.

Katja Förster 2013

Literatur

Rudolf Theilmann: Kampmann, Gustav, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien, NF, Bd. III, Stuttgart 1990, S. 145-148; Gerlinde Brandenburger: Gustav Kampmann (1859-1917). Ein Beitrag zur deutschen Landschaftskunst um 1900. Frankfurt/M., Bern, New York, Paris 1991.