Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.

Karl Wegele

Pädagoge, Oberstudienrat, Fußballnationalspieler, * 27. September 1887 Karlsruhe, † 11. November 1960 Karlsruhe, ∞ Anna Barbara Hauck.

Der Sohn eines Kaufmanns Karl Wegele war der erfolgreichste Nationalspieler des FC Phönix Karlsruhe und galt als einer der besten Rechtsaußen seiner Zeit. Der Student der Mathematik und der Chemie spielte seit 1903 für den FC Phönix und war Mitglied der Meistermannschaft von 1909. Ein Jahr später spielte er zum ersten Mal in der Nationalmannschaft gegen die Schweiz. Sein letztes und fünfzehntes Länderspiel war auch das letzte Länderspiel vor dem Ersten Weltkrieg. Wegele schoss am 5. April 1914 mit dem Ausgleich gegen Holland eines seiner drei Länderspieltore. Der Krieg beendete seine Karriere als Nationalspieler. Er trug aber zum Ruf Karlsruhes als Fußballhochburg bei und blieb bis in die 1990er-Jahre Karlsruher Rekordnationalspieler.

Nach dem Ersten Weltkrieg spielte er noch einige Jahre für den FC Phönix und stand 1922 neben Sepp Herberger, der damals sein erstes Spiel für Süddeutschland bestritt, auf dem Platz des Karlsruher Fußballvereins in der Siegerelf über Norddeutschland. In den 1930er-Jahren war er als Trainer und Vorsitzender für den FC Phönix tätig und half dem Klub entscheidend aus der Krise. Wegele durfte als Lehrer am Kantgymnasium den Professorentitel führen.

Ernst Otto Bräunche 2012

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 197 f. (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28).