Wilhelm Gräff

Leiter des Karlsruher Straßenbauamts, * 10. Oktober 1877 Karlsruhe, † 15. Februar 1953 Karlsruhe, ev., ∞ 1. 1918 Stefanie Parada (1896-1921), 2. 1938 Helene Schwager, 1 Sohn aus erster Ehe († Zweiter Weltkrieg).

Als eines von zwölf Kindern des Buchhändlers Wilhelm Gräff (Müller & Gräff) geboren, besuchte Wilhelm Karl Philipp Gräff 1891-1896 das Karlsruher Realgymnasium. 1893-1895 lebte er aus gesundheitlichen Gründen in einem Internat in Davos. Anschließend studierte Gräff bis 1901 Ingenieurwesen an der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe. Nach dem Staatsexamen 1901 wurde er Ingenieurpraktikant bei der Kulturinspektion Heidelberg. Seine erste Anstellung erhielt Gräff 1902 bei der Wasser- und Straßenbauinspektion in Lahr. 1903 wechselte er in das baufachliche Bureau der Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaus Karlsruhe. 1904-1915 folgten Stationen bei den Wasser- und Straßenbauinspektionen Bonndorf, Lörrach, Freiburg, Konstanz, Überlingen und Sinsheim (ab 1905 als Regierungsbaumeister, ab 1913 als Oberbauinspektor). 1915-1918 nahm Gräff am Ersten Weltkrieg in Russland und im Baltikum teil. 1919 wurde er als Vorstand der Wasser- und Straßenbauinspektion nach Pforzheim versetzt und dort 1920 zum Baurat ernannt. 1927 folgte die Beförderung zum Regierungsbaurat. Zum 1. April 1942 wurde Gräff von Pforzheim nach Karlsruhe versetzt und hier zum Vorstand des vereinigten Straßenbauamts ernannt.

Parteipolitisch gehörte Gräff 1919-1933 in der Weimarer Republik der Deutschnationalen Volkspartei an, trat danach allerdings nicht der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) bei. Nachdem er von der Spruchkammer Pforzheim zunächst als Mitläufer eingestuft worden war, befand sie ihn nach einem Einspruch im Januar 1947 als entlastet. Zum 1. Januar 1948 trat Gräff in den Ruhestand.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 233/25272, 466-2/11655-11661.