Gumbel Thalmann

Religionslehrer, Rabbiner, * 6. Januar 1809 Neubrunn/Lkr. Würzburg, † 16. Dezember 1880 Karlsruhe, jüd., ∞ Therese Homburger, 7 Kinder.

Der Werdegang von Gumbel Thalmann als Sohn eines alteingesessenen Handelsmannes in Neubrunn bei Würzburg ist ebenso unbekannt wie seine genaue Stellung.

1841 weist ihn das Adressbuch in Karlsruhe erstmals als Lehrer, ab 1851 bis zu seinem Tod dann als Privatlehrer aus. Bei seiner Hochzeit mit der über 20 Jahre jüngeren Karlsruher Kaufmannstochter Therese Homburger wie bei den Geburten der Kinder bezeichnet ihn der das Standesregister führende Rabbiner Benjamin Willstätter als Kandidat der Theologie, allein beim letztgeborenen Sohn 1872 erscheint er als Stiftsrabbiner ebenso im zivilen Sterberegister wie im Gräberverzeichnis der orthodoxen jüdischen Gemeinde. Jedoch ist unklar, für welche Stiftung er das Rabbinat versehen haben soll. Er gilt zusammen mit Nathanael Weil (1818-1892) als unbesoldeter, inoffizieller Rabbiner der 1869 gegründeten orthodoxen Israelitischen Religionsgesellschaft von Karlsruhe.

Sein Grab befindet sich auf dem jüdisch-orthodoxen Friedhof an der Haid-und-Neu-Straße.

Jürgen Schuhladen-Krämer 2014

Literatur

Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.