Die Ehrenanlage des Friedhofs Grünwinkel mit dem August Dosenbach gewidmeten Ehrenkreuz (3. v. l.), Foto: F. Brockmeier 2008.

August Dosenbach

Eisendreher (Metallarbeiter), * 16. September 1906 Grünwinkel/Stadt Karlsruhe, † 21. Oktober 1933 Knielingen/Stadt Karlsruhe, ledig.

August Dosenbach wuchs in Grünwinkel auf und war aktiver Fußballer des 1920 gegründeten Arbeiterfußballvereins Grünwinkel. Schon früh engagierte er sich in der Arbeiterbewegung und arbeitete in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) mit. Nach der Machtübernahme durch die Nazis wurde er 1933 einer jener Grenzgänger, die Propagandamaterial der KPD gegen die Nazis aus dem Elsass nach Karlsruhe brachten. So wurde neben Flugschriften für den Widerstand häufig das sogenannte "Braunbuch" über die französische Grenze nach Deutschland gebracht. Darin lieferten Juristen aus verschiedenen Ländern den Nachweis, dass nicht die Kommunisten den Reichstag am 27. Februar 1933 in Brand gesetzt hatten, sondern die Nationalsozialisten selbst die Brandstifter seien.

Auf einer seiner nächtlichen Fahrten war Dosenbach vom 20. auf den 21. Oktober 1933 von Frankreich nach Karlsruhe unterwegs. Von seinem Verbindungsmann in Frankreich gewarnt, dass er in Karlsruhe gesucht würde, nahm er keine Druckschriften mit. Von einem Spitzel verraten, lauerte ihm bei Knielingen die Geheime Staatspolizei (Gestapo) auf. Laut amtlichen Berichten wurde er in der Nähe des Bahnwärterhauses "auf der Flucht erschossen", eine Erklärung, die damals für viele Todesfälle durch die Gestapo gegeben wurde. Nach Aussage von Arthur Wiesemann in einem Interview mit Josef Werner am 3. April 1984 hatte Dosenbach am Rücken eine klaffende Wunde, die darauf schließen ließ, dass er von vorne erschossen wurde. Am Tag nach dem Vorfall hing an einem Baum, in dessen Nähe der Mord geschah, ein Plakat mit der Aufschrift: "Hier wurde August Dosenbach von der Gestapo erschossen".

1946 wurde die Dosenbachstraße in der Rheinstrandsiedlung benannt. Vor seiner letzten Wohnung in der Durmersheimer Straße 19 ist 2008 ein "Stolperstein" verlegt worden. Auf dem Friedhof Grünwinkel wurde ihm ein Ehrenkreuz gewidmet.

Manfred Fellhauer 2016

Quellen

StadtAK 8/StS 17/106; Badische Presse vom 21. Oktober 1933.

Literatur

Manfred Koch: Widerstand und Verfolgung, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 503-516, S. 505; Manfred Koch: Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und Kriegsende, in: Manfred Fellhauer/Manfred Koch/Gerhard Strack (Hrsg.): Grünwinkel. Gutshof - Gemeinde - Stadtteil, Karlsruhe 2009, S. 309; Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe (Hrsg.): Nie wieder! Eine alternative Stadtrundfahrt auf den Spuren des Dritten Reiches, 2., überarb. Aufl. 1993, S. 60.