Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt-Basel bei der Ausfahrt Durlach, 1. Oktober 1937, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 5/135b.

Autobahnbau

An der Gründungsversammlung des Vereins zur Vorbereitung der Autostraße Hamburg-Frankfurt-Basel (HAFRABA) am 6. November 1926 nahm auch der Karlsruher Bürgermeister Hermann Schneider teil, der sich schon seit mehreren Jahren im Zuge der Erarbeitung des Generalbebauungsplans mit dem Problem einer Autobahn befasst hatte.

Vorbild der HAFRABA waren die Autobahnen des Italieners Piero Puricelli, mit denen dieser seit 1922 Mailand mit den oberitalienischen Seen verband. Bis 1933 entstanden zwar detaillierte Planungen, an deren Realisierung aber, vor allem nach Beginn der Weltwirtschaftskrise im Oktober 1929, nicht zu denken war. Der Deutsche Städtetag prüfte schon 1930, ob weitere Mitgliedsbeiträge für den HAFRABA e. V. deshalb überhaupt noch zu verantworten seien. Diese wurden bis 1933 mehrfach gesenkt.

Eine neue Situation trat mit der Machtübernahme der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) ein, die eine verkehrspolitische Kehrtwendung vollzog und bereit war, nicht nur die bereits sehr weit gediehenen Pläne zu realisieren, sondern diese ganz für sich in Anspruch zu nehmen. Noch im August 1932 war es nicht gelungen, den Autobahnbau als Teil eines staatlichen Notprogramms zur Arbeitsbeschaffung zu verwirklichen. Gerade den arbeitsmarktpolitischen Effekt des Autobahnbaus nutzte die NSDAP aber nach dem März 1933 aus, obwohl dieser nie so gewaltig war, wie ihn die NS-Propaganda erscheinen ließ. 1937 arbeiteten zum Beispiel durchschnittlich nur 950 Arbeiter beim Autobahnbau im Bereich der Stadt Karlsruhe.

Am 27. Juni 1933 wurde die rechtliche Grundlage zum Autobahnbau geschaffen, am 30. Juni ernannte Adolf Hitler den Pforzheimer Bauingenieur Fritz Todt zum "Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen", am 25. August ging die HAFRABA in die "Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen e. V." über. Nur wenig später, am 23. September, begann der Bau der Autobahn Frankfurt-Basel, die am 1. Oktober 1937 Karlsruhe erreichte. Ein Jahr später war auch die Verbindung nach Pforzheim und damit bis Salzburg fertig gestellt. Der geplante Weiterbau in Richtung Basel konnte wegen des Beginns des Zweiten Weltkrieges nicht realisiert werden. Am 18. Dezember 1954 wurde der erste Abschnitt von Karlsruhe bis Bruchhausen freigegeben, 1962 war Basel erreicht.

Ernst Otto Bräunche 2012

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Stau am Karlsruher Dreieck, in: Blick in die Geschichte Bd. 1, Karlsruhe 1994, S. 6-9.