Tag der offenen Tür der Naturfreunde Karlsruhe zum 50jährigen Bestehen des vereinseigenen Bootshauses in Rappenwört, 1980, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A40/32/3/32.
Radwanderung der Naturfreunde Karlsruhe zur "Karl-Konz-Eiche" im Hardtwald zum Gedenken an den ehemaligen Ehrenvorsitzenden Karl Konz, 1976, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A32/25/7/8A.

Naturfreunde

Der Verein Naturfreunde Deutschland versteht sich als "Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur", der in seiner Satzung als politischer Freizeitverband die Ideale des demokratischen Sozialismus verankert hat. Seine Wurzeln liegen in der Arbeiterbewegung Ende des 19. Jahrhunderts, die reklamierte, "den arbeitenden Menschen aus grauen Städten den Zugang zur Natur zu erschließen". Eine erste Ortsgruppe der Naturfreunde gründete sich 1895 in Wien. Die Vereinsidee verbreitete sich rasch in Österreich und seit 1905 mit der ersten Ortsgruppe in München auch in Deutschland und schließlich international. Das Vereinszeichen, der Handschlag mit drei Alpenrosen, geschaffen vom österreichischen Sozialsten und späteren ersten österreichischen Bundespräsidenten nach 1945, Karl Renner, symbolisiert das Prinzip der Solidarität aus der Arbeiterbewegung und findet sich in Publikationen und fast immer auf den vor den Naturfreundehäusern aufgestellten Fahnen. Der seit 1900 traditionelle Gruß der Naturfreunde mit "Berg frei!" war einst Forderung nach freiem Zugang zur Natur gegen die Interessen privater Großgrundbesitzer und grenzte sich ab gegenüber bürgerlichen Wander- oder Bergsteigvereinen wie beispielsweise dem Alpenverein mit seinem Gruß "Berg Heil!".

Die Naturfreunde organisieren in ehrenamtlicher Arbeit Wanderungen, Wintersport, Kanu- und Kajakfahren, auch den Besuch von Kulturveranstaltungen. Dazu gibt es Fachgruppen, aber auch Kinder-, Familien- und Seniorengruppen. Als Umweltorganisation ist der Verein dem sogenannten sanften Tourismus verpflichtet, das heißt, die Aktivitäten sollen mit geringstmöglichem Eingriff in die Natur verbunden sein, damit diese für künftige Generationen erhalten bleibt. Die Naturfreunde verfügen über ein großes Netz eigener Naturfreundehäuser, die Gastwirtschafts- und teilweise Herbergsbetrieb sind.

In Karlsruhe bestehen fünf selbstständige Ortsgruppen, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Karlsruhe und Knielingen. Davon ist die 1909 gegründete Ortsgruppe Karlsruhe die älteste, 1909 gegründet und damit die zweitälteste in Baden nach der 1907 gegründeten Ortsgruppe Konstanz. Die Naturfreunde Ortsgruppe Karlsruhe betreibt drei Naturfreundehäuser: das 1931 eröffnete Bootshaus Rappenwört in der Hermann-Schneider-Allee 49, das 1924 eröffnete Haus Badener Höhe im Schwarzwald am Westweg, das Ersatz wurde für das 1912 errichtete Haus, das der Schwarzenbachtalsperre zum Opfer fiel, sowie das 1921 eröffnete Naturfreundehaus Moosbronn im gleichnamigen Ortsteil von Gaggenau. Dieses ist das einzige Haus, dessen Gastwirtschaftsbetrieb nicht verpachtet, sondern traditionell von Mitgliedern im Wechsel abgedeckt wird. Die Naturfreunde Ortsgruppe Durlach wurde 1921 gegründet. Sie erwarben 1987 die Obermühle und bauten sie neben einem Restaurant für ihre Vereinszwecke unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und der Baubiologie um. Das angeschlossene Laufwasserrad wurde dem Original aus dem 18. Jahrhundert nachempfunden und produziert Strom.

Alle Ortsgruppen der Naturfreunde Karlsruhe sind Mitglied im Naturfreunde Landesverband Baden, der im Bundesverband der Naturfreunde Deutschlands organisiert ist. Sie haben rund 1.000 Mitglieder und 1958 Vereinsheim Albhäusle in Knielingen, Albhäusleweg 1, eröffnet. Vereinshaus Rheinwaldhütte in Daxlanden, Hohleichweg 8.

René Gilbert 2016

Quellen

Homepage der Naturfreunde Karlsruhe: http://www.naturfreunde-karlsruhe.de/; https://www.naturfreunde.de/ortsgruppe/ortsgruppe-durlach; https://www.naturfreunde.de/ortsgruppe/ortsgruppe-karlsruhe-groetzingen https://www.naturfreunde.de/ortsgruppe/ortsgruppe-karlsruhe-knielingen (alle Zugriff am 10. Januar 2016); Unterlagen der Ortsgruppe Grötzingen im Stadtarchiv Karlsruhe.