Plakat "Jahresschau 1990/91. Mitglieder des BBK-Karlsruhe stellen aus", Ort: Künstlerhaus-Galerie Karlsruhe, Stadtarchiv Karsruhe 8/PBS X 3325.
Skulpturenprojekt "Kunst für Karlsruhe" des BBK als Beitrag zum 275jährigen Stadtjubiläum, Juli 1990, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A59/172/5/12.

Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Karlsruhe (BBK)

Am Künstlerhaus 47.

Der sich erst seit 1980 Bezirksverband Bildender Künstler Karlsruhe nennende Verein steht in der Tradition des 1874 von 61 Künstlern gegründeten Vereins bildender Künstler, welcher seit dem Erwerb des ehemaligen Palais Berckholtz in der Karlstraße 44 im Jahr 1909 über ein Künstlerhaus verfügte, das er 1911/12 noch um einen Saalbau auf dem dazu gehörigen Anwesen Sophienstraße 2 erweiterte. Beim Luftangriff am 27. September 1944 wurden beide Häuser weitgehend zerstört, der Verein selbst nach Kriegsende im Frühjahr 1945 aufgelöst.

Obwohl die Neukonstituierung des Künstlervereins bereits Mitte November 1945 von der US-Militärregierung genehmigt worden war, zog sich diese bis zum 4. November 1948 hin. Als es dann soweit war, zählte der Verein 142 ordentliche und 74 außerordentliche Mitglieder. Zum ersten Vorsitzenden wurde Adolf Rentschler, zum zweiten Paul Kusche gewählt. Der Wiederaufbau des Künstlerhauses bildete schon bald das vorrangige Ziel des Vereins. Unter dem 1952 zum neuen Vorsitzenden gewählten Axel Torsten Hecht nahm das Neubauprojekt, welches das Künstlerhaus nur noch als Teil eines umfassenden Geschäfts-, Büro-, und Hotelkomplexes begriff, solche Ausmaße an, dass der Verein 1956 zahlungsunfähig wurde, kurz darauf Konkurs anmelden musste und noch im selben Jahr aufgelöst wurde.

Einige Künstler, die dem Neubauvorhaben kritisch gegenübergestanden hatten, waren schon 1953 und 1954 aus dem Künstlerverein ausgetreten und hatten inzwischen den Berufsverband Bildender Künstler Baden e. V. (BBK) mit Sitz in Karlsruhe gegründet. 1963 gelang es den Verbandsvorsitzenden Karl Oertel und Adolf Rentschler – Oertel war 1955-1956 und Rentschler 1948-1952 Vorsitzender des aufgelösten Künstlervereins gewesen – zwei Kellerräume in der Landesversicherungsanstalt Baden in der Kaiserallee 8 mietfrei von der Stadt zu erhalten, in denen für Verbandsmitglieder eine Druckpresse für Lithografie und eine für Radierung aufgestellt wurden.

Seit Mitte der 1970er-Jahre drängte die berufsständische Organisation auf die Bereitstellung eines Künstlerhauses durch die Stadt, das – vom Verband in Selbstverwaltung geführt – nicht nur ein Ort für Kunstschaffende, sondern vor allem auch zur Begegnungsstätte zwischen Künstlern und Bürgern werden sollte. Mit der Eröffnung des neuen Künstlerhauses im ehemaligen Dörfle am 8. September 1979 wurde das geforderte Kulturforum geschaffen; das von Grund auf erneuerte Haus in der ehemaligen Brunnenstraße verfügt über Ausstellungs-, Versammlungs-, Kurs- und Werkstatträume.

Der 1980 in Bezirksverband Bildender Künstler Karlsruhe umbenannte Verband entwickelte sich durch sein vielfältiges Veranstaltungsprogramm und die Zusammenarbeit mit anderen Berufsverbänden, Kultureinrichtungen, Hochschulen und Behörden zu einer wichtigen Größe im kulturellen städtischen Angebot. In den acht bis zehn Ausstellungen, welche der Verband jährlich in der Künstlerhaus-Galerie ausrichtet, wird sowohl die Arbeit von Verbandsmitgliedern gezeigt als auch das Schaffen von verstorbenen Mitgliedern und Künstlern der Region in retrospektiven Werkschauen gewürdigt. Im Rahmen der Erwachsenenbildung finden regelmäßig Kurse in Drucken, Zeichnen, Malen und Modellieren statt.

1995 wurde durch den damaligen Verbandsvorsitzenden Harald Herr ein Förderverein gegründet, der die verschiedenen Aktivitäten des Vereins finanziell und ideell unterstützt.

Katja Förster 2021

Quellen

StadtAK 1/H-Reg 9269; StadtAK 8/ZGS 48; Künstlerhaus / Künstlerhaus Karlsruhe, Brunnenstraße 47, Sanierungsgebiet Dörfle, hrsg. vom Bezirksverband Bildender Künstler Karlsruhe, Karlsruhe 1979; Künstlerhaus Karlsruhe BBK / Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e. V., https://www.bbk-karlsruhe.de/ (Zugriff am 15. Dezember 2021).