Weihnachtsausgabe der Badischen Volkszeitung vom 24. Dezember 1954, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 20.

Badische Volkszeitung

Zu den nach 1945 in Karlsruhe neu gegründeten Zeitungen gehört die seit dem 1. Juli 1953 mit maßgeblicher Unterstützung des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg nach mehr als 17 Jahren in Nachfolge des badischen Zentrumsblatts Badischer Beobachter vom Badenia-Verlag verlegte katholische Badische Volkszeitung. In einer Redaktionsgemeinschaft mit dem vom Schwabenverlag herausgegebenen Deutschen Volksblatts lieferte die Badische Volkszeitung den Mantelteil.

Nach anfänglichen Auflagesteigerungen auf bis zu 25.000 Exemplaren im Jahr 1954 setzte bald eine rückläufige Entwicklung trotz regionaler Ausgaben für Freiburg, Mannheim und Offenburg ein, so dass die Badische Volkszeitung zusehends Verluste erwirtschaftete, die von Jahr zu Jahr größere Zuschüsse seitens des Verlages erforderten. Als zum 31. März 1964 die Redaktionsgemeinschaft mit dem Deutschen Volksblatt in Stuttgart gekündigt wurde und sich die wirtschaftliche Schieflage noch einmal verschärfte, wurde die Zeitung vor allem aufgrund des Einsatzes des Aufsichtsratsvorsitzenden der Badenia Ernst Föhr, letzter Parteivorsitzende des Badischen Zentrums vor der nationalsozialistischen Machtübernahme, aber zunächst noch weiter geführt. Erst zum 31. Mai 1968 wurde die Zeitung eingestellt. Von der einstigen Karlsruher Pressevielfalt blieben damit nur die Badischen Neuesten Nachrichten bis heute die einzige Tageszeitung, sieht man einmal von der kurzlebigen Karlsruher Rundschau ab, die 1982 bis 1984 erschien.

Ernst Otto Bräunche 2016

Quelle

StadtAK 8/Ze 20.

Literatur

Ernst Otto Bräunche: 125 Jahre Badenia-Verlag und -Druckerei Karlsruhe : "ein gewiß zeitgemäßes Unternehmen", Karlsruhe 1999.