Rathaus Rüppurr, undatierte Aufnahme aus dem 19. Jahrhundert, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 975.

Rathaus Rüppurr

Das 1748 von Baumeister Johann Heinrich Arnold (1697-1770) erbaute Rathaus an der Ecke Lange- und Allmendstraße war ursprünglich als Schulhaus geplant. Lediglich bei Bedarf diente es als Rathaus. In dem zweistöckigen Gebäude gab es im Erdgeschoss die Wohnung des Schulmeisters und eine Stallung, das obere Stockwerk nahm die Schulstube ein. Das vierseitige Walmdach krönt ein kleiner Turm mit Uhr. In ihm war die „Betglocke“ (mit ihrem täglich dreimaligen Läuten) angebracht.

Nach dem Neubau des Schulhauses in der Langen Straße 58 im Jahr 1860 wurde im Gebäude in der Langen Straße 69 schließlich im nunmehr so genannten Rathaus die Rüppurrer Gemeindeverwaltung (Bürgermeisteramt) untergebracht. Mit der Eingemeindung Rüppurrs nach Karlsruhe 1907 erhielt das Gebäude bis 1971 den Status eines Gemeindesekretariats für den Stadtteil Rüppurr mit einem von der Stadt Karlsruhe berufenen Gemeindesekretär. Nach gründlichen Renovierungen seit 1971 befinden sich im ehemaligen Rathaus (im Volksmund „Rathäusle“) im Erdgeschoss die „Begegnungsstätte Oskar Hartlieb“ der Arbeiterwohlfahrt und im Obergeschoss die Räume mit der Geschäftsstelle der Bürgergemeinschaft Rüppurr.

Günther Philipp 2020

Literatur

Lebrecht Mayer: Mitteilungen aus der Geschichte von Rüppurr, Bühl 1910; Mitteilungsblatt Rüppurr Nr. 5, 1971; Karlsruher Stadtteile Rüppurr, Ausstellung, 1985; Rüppurr. Die Geschichte eines Karlsruher Stadtteils, Karlsruhe 2003.