Johann Heinrich Arnold

Baumeister, * 18. Dezember 1697 Fürth, † 7. April 1770 Karlsruhe.

Johann Heinrich Arnold war gelernter Zimmermann und arbeitete seit 1721 in Karlsruhe. 1729 wurde er Werkmeister und trat als Mitglied der fürstlichen Bauverwaltung in den Dienst der baden-durlachischen Markgrafschaft. 1743 erfolgte seine Ernennung zum Baumeister, 1752 die zum Kammerrat. Arnold war Mitglied der fürstlichen Bauaufsicht, Mitglied des markgräflichen Bauamts (ab 1755) sowie neben Johann Heinrich Wieland und Johann Jakob Reinhard Mitglied der neu gegründeten Schlossbaukommission, die Baudirektor Friedrich von Keßlau bei der Renovierung des Karlsruher Schlosses unterstützen und Richtlinien für die Stadterweiterung ausarbeiten sollte. Sein Nachfolger in dieser Funktion wurde 1763 Wilhelm Jeremias Müller.

Bis zu seinem Tod zeichnete Arnold für die Errichtung oder den Umbau mehrerer Kirchen und Profanbauten in der Markgrafschaft Baden-Durlach verantwortlich. Zu diesen gehören die evangelische Kirche St. Laurentius in Bischoffingen (Vogtsburg im Kaiserstuhl, 1741), die evangelische Kirche in Hohenwettersbach (1742), das Langhaus der Kirche in Hochstetten (1742), das Rathaus (1742) und die evangelische Kirche Unsere liebe Frau in Ölbronn-Dürrn (1738), das Langhaus der evangelischen Jakobskirche, heute Kulturdenkmal, in Wolfartsweier (1744/45), die evangelische Kirche in Welschneureut (1749-1751; bei einem Luftangriff 1944 völlig zerstört) sowie die Pfarrhäuser in Göbrichen (1755), Neureut (1756), heute Kulturdenkmal, und Dietlingen (1759).

Des Weiteren baute Arnold eines der ersten modellmäßig errichteten Häuser in Karlsruhe (Waldhornstraße), das in den 1750er-Jahren zu den vornehmsten Adressen der Stadt gehörte. Außerdem übernahm er 1760/61 die Instandsetzung des Basler-Tor-Turms in Durlach. Von 1760-1762 schuf Arnold den Brunnen mit Brunnenhaus in der Lammstraße, der hauptsächlich zur Wasserversorgung des Schlossbezirks gebaut wurde.

René Gilbert 2016

Quelle

Datenbank der Kulturdenkmale, https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/detail.php?id=01223 (Zugriff am 28. Juli 2016).

Literatur

Friedrich von Weech: Karlsruhe – Geschichte der Stadt und ihrer Verwaltung, Bd. 1, 1715-1830, Karlsruhe 1895, S. 265, 288, http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/266441 (Zugriff am 28. Juli 2016); Joachim Göricke: Bauten in Karlsruhe – ein Architekturführer, 2. Aufl. Karlsruhe 1980, o. S.; Gerhard Kabierske: Brunnen am Brunnenhaus in der Lammstraße, in: Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, 2. Aufl., Karlsruhe 1989, S. 124-126 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7), http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv/HF_sections/content/ZZmmY1PdXpuoNV/Denkm%C3%A4ler%20Brunnen%20und%20Freiplastiken%20in%20Karlsruhe%201715-1945.pdf (Zugriff am 28. Juli 2016); Michael Ruland: Johann Heinrich Arnold, in: Ebda., S. 687 f.; Hermann Brommer: Evangelische Kirche St. Laurentius Bischoffingen/Kaiserstuhl, Lindenberg 2002, S. 12 f.