Dichter Autoverkehr auf dem Adenauerring anlässlich des Fußballspiels KSC - FC Bayern im Wildparkstadion (links), 29. November 1976, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A32/157/5/14A.
Richtung Südosten, Foto: Roland Feitenhansl 2012.

Adenauerring

Der Adenauerring hieß von 1929 bis 1933 und von 1945 bis 1967 Parkring. Dazwischen trug er den Namen des Nationalsozialisten Horst Wessel (1907-1930). 1967 bekam er den Namen Konrad Adenauers (1876-1967), des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland.

Beim Adenauerring handelt es sich um eine vierspurige Umgehungsstraße durch den stadtnahen Teil des Hardtwaldes, die als großer Halbkreis die Karlsruher Fächerstruktur fortschreibt. Sein Mittelpunkt ist jedoch nicht der Schlossturm, sondern liegt rund 100 Meter davon entfernt in westlicher Richtung, da der ganze Halbkreis um dieses Maß verschoben ist. Der Ring beginnt im Osten am Durlacher Tor und passiert zunächst den Campus des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und das Wildparkstadion (Nr. 7). Hier trifft er auf die Theodor-Heuss-Allee, später auf die Willy-Brandt-Allee und schließlich auf die Moltkestraße, wo er in die Reinhold-Frank-Straße übergeht. Darüber hinaus wird er von vier Fußgängerbrücken im Verlauf weiterer Fächer-Alleen überquert (Richard-Willstätter-Allee, Hagsfelder Allee, Linkenheimer Allee und Knielinger Allee).

Der 1927 begonnene Ring ist Teil des im Zuge des Generalbebauungsplans aus dem Jahr 1926 entworfenen Sportparks Hardtwald, dessen Planungen im Frühjahr 1932 endeten. Der Sportpark sah beim Weg An der Fasanengartenmauer (heute verlängerte Theodor-Heuss-Allee) beginnend, an der gesamten Innenseite des Rings bis nahe an den Schlosspark Sportanlagen in zwölf Kreisabschnitten vor. Zu diesem Zeitpunkt bestanden in dem vorgesehenen Areal bereits die Anlagen des FC Phönix (1922/23, heute Karlsruher Sport Club (KSC), Nr. 17) und des Athletenclubs Germania (1923, heute SpVgg Germania, An der Fasanengartenmauer 1). Von den Sportpark-Planungen wurde in der ursprünglichen Form nichts verwirklicht. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden das neue Hochschulstadion (um 1965) und die Tennisplätze mit Tennisheim (Nr. 17). Dafür bestanden bzw. entstanden auch nördlich des Adenauerrings im Hardtwald weitere Anlagen verschiedener Sportvereine (1922: Männerturnverein Karlsruhe 1881 e. V. (MTV), Kanalweg 1, 1948: FC 1921 Karlsruhe, Kanalweg 2, 1920: SpVgg Olympia-Hertha, Grabener Allee 8, 1933: Karlsruher Turnverein (KTV) 1846, Linkenheimer Allee 8, 1957: Schießstand der Schützengesellschaft 1721, Nr. 32). Auch Veranstalter von Stadtranderholungsangeboten haben hier ihre Freizeitgelände: Das Diakonische Werk Karlsruhe betreibt das 1925 in Form einer einfachen Holzbaracke gegründete Gustav-Jacob-Waldzentrum (Linkenheimer Allee 10), der Caritas-Verband Karlsruhe das Caritas-Waldheim (Friedrichstaler Allee 50) und der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) sein gleichnamiges Waldheim (Grabener Allee 4).

Das Teilstück zwischen der Theodor-Heuss-Allee und der Willy-Brandt-Allee wurde 1982 vom Gemeinderat zu einem Teilstück der sogenannten Hängebauchlösung der geplanten Nordtangente bestimmt, 2009 aber zusammen mit der Gesamtplanung vorerst wieder aufgegeben. Bei Heimspielen des KSC mit großem Besucherandrang im Wildparkstadion wird der gesamte Ring aus Sicherheitsgründen für mehrere Stunden gesperrt.

Roland Feitenhansl 2013

Literatur

Literatur: Harald Ringler: Der Karlsruher Generalbebauungsplan. Ein Entwurf einer langfristigen Stadtentwicklung, in: Leonhard Müller/Manfred Koch (Hrsg.): Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge, 1988-1993, Karlsruhe 1994, S. 181-185; Ernst Otto Bräunche: Sport in Karlsruhe 1914-1945, in: Ernst Otto Bräunche/Volker Steck (Hrsg.): Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, Karlsruhe 2006, S. 73-111, S. 75 f. (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28).