Villa Wörthstraße 4, Fotoarchiv Regierungspräsidium Karlsruhe, Ref. 26.

Wörthstraße

Die Straße verdankt ihren Namen einer spontanen Entscheidung der Stadt als Reaktion auf die Schlacht bei Woerth sur Sauer im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Die 1870 angelegte, kurze und von Norden nach Süden verlaufende Straße verband zunächst die Moltke- mit der Bismarckstraße. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude südlich der Wörthstraße so stark zerstört, dass die Wörthstraße entlang dieser Zerstörungsschneise von der Bismarck- bis zur Stephanienstraße nach Süden verlängert wurde.

Die östliche Seite der Straße ist mit einer geschlossenen Wohnhausfassadenreihe bebaut, während die westliche Seite des älteren Straßenteiles von einem Villengrundstück und dem Bismarck-Gymnasium eingenommen und im südlichen Teil von der schon lange vor Anlage der Straße bestehenden Münzstätte dominiert wird.

Hervorzuheben ist eine vierachsige Villa mit Stilformen der Neorenaissance (Wörthstraße 4), die 1882 vom Architekten Gustav Ziegler für den Architekten Heinrich Lang errichtet wurde, der an der Technischen Hochschule Karlsruhe als Spezialist für Schul- und Institutsbauten gewirkt und u. a. das nahegelegene Lehrerseminar entworfen hat. Die Villa, in der sich ein Kindergarten und -hort befand, wurde 2013/14 abgerissen und wird durch einen großen Gebäudekomplex ersetzt.

Antje Gillich 2012

Literatur

Annette Ludwig/Hansgeorg Schmidt-Bergmann/Bernhard Schmitt: Karlsruhe. Architektur im Blick: Ein Querschnitt, Karlsruhe 2005, S. 49.