Blick von Südwesten auf das Dragonerdenkmal, 1930, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVb 140.

Leibdragonerdenkmal (Erster Weltkrieg)

Am Mühlburger Tor, an der Ecke Kaiserallee/Riefstahlstraße.

Das Leibdragonerdenkmal ist nach dem Feldartillerie- und den beiden Leibgrenadierdenkmälern das vierte der fünf Regimentsehrenmale in Karlsruhe. Die Initiative zur Errichtung des Ehrenmals ging vom Verein ehemaliger Offiziere des 1. Badischen Leibdragoner-Regiments Nr. 20 und vom Verein ehemaliger Badischer Leibdragoner aus, die im April 1925 den Karlsruher Stadtrat um die Genehmigung zur Aufstellung baten. Als Standort war ein Platz am Eingang zu den Grünanlagen zwischen Südlicher Hildapromenade und Riefstahlstraße vorgesehen, wo bis vor dem Ersten Weltkrieg die Maxau-Bahn fuhr.

Obgleich das Städtische Hochbauamt und der Künstlerische Beirat für Stadterweiterung mehrere Alternativen bezüglich des Standorts vorschlugen, entschied der Stadtrat im Sinne der Antragsteller, jedoch unter der Bedingung, das Ehrenmal an der Ecke Kaiserallee/Riefstahlstraße aufzustellen, und nicht in der Mitte des Platzes. Trotz berechtigter Einwände u. a. wegen der hohen Kosten, unter anderem vom Leiter des Hochbauamts Friedrich Beichel, ging aus dem anschließend durchgeführten Kunstwettbewerb Kurt Edzard, Meisterlehrer für Bildhauerei an der Landeskunstschule, mit seinem Entwurf "Reiter" als Sieger hervor.

Edzards Vorschlag zeigt einen knapp überlebensgroß, aus Bronze gearbeiteten Dragoner in Uniform mit Stahlhelm und Lanze auf einem steigenden Pferd. Für die Figur des Reiters, die sich auf einem quaderförmigen Sockel aus Muschelkalk und auf als Rechteck angeordneten Steinplatten befindet, stand Polizeimajor Karl Reiß Modell. Wegen finanzieller Schwierigkeiten verzögerte sich die Realisierung, sodass das Ehrenmal erst während eines Veteranentreffens am 9. Juni 1929 eingeweiht werden konnte. Auf seiner Vorderseite zeigt es das Ehrenabzeichen des Regiments, eine als vertieft gearbeitete Königskrone. Die rechte Sockelseite trägt einen Satz aus der Edda: "Du stirbst – Besitz stirbt, die Sippen sterben, einzig lebt – wir wissen es – der Toten Tatenruhm." Auf der linken Sockelseite ist folgende Inschrift zu lesen: "1914-1918 Den im Kriege Gefallenen Leibdragonern von ihren Kameraden."

Das Leibdragonerdenkmal ist nach § 2 Denkmalschutzgesetz als Kulturdenkmal eingestuft. Der von Stadtarchiv, Liegenschaftsamt und Stadtplanungsamt erarbeitete und vom Karlsruher Gemeinderat im November 2016 verabschiedete Leitfaden zur Erinnerungskultur im öffentlichen Raum in Karlsruhe schlägt eine Kommentierung des Mals vor, "weil es unter den Denkmälern der fünf Karlsruher Regimenter durch seinen chauvinistischen und völkischen Sinnspruch herausragt."

René Gilbert 2017

Quelle

StadtAK 4343, Datenbank Kulturdenkmale, https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/detail.php?id=02092 (Zugriff am 7. August 2017).

Literatur

Ursula Merkel: Leibdragonerdenkmal (Erster Weltkrieg), in: Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, 2. Aufl., Karlsruhe 1989, S. 596-600 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7) https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv/HF_sections/content/ZZmmY1PdXpuoNV/Denkm%C3%A4ler%20Brunnen%20und%20Freiplastiken%20in%20Karlsruhe%201715-1945.pdf (Zugriff am 8. August 2017).