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De:Lexikon:top-3128: Unterschied zwischen den Versionen

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Wie der <lex id="top-3129">Waldhornplatz</lex> ist auch der Kronenplatz erst im Zuge der Karlsruher <lex id="ereig-0202">Altstadtsanierung</lex> entstanden. Mit der Flächensanierung und der Beseitigung der ursprünglichen Bausubstanz in diesem Bereich des <lex id="ort-0117">Dörfles</lex> in der <lex id="top-1633">Kronen-</lex>, der <lex id="top-3021">Zähringer-</lex> und der <lex id="top-1431">Kaiserstraße</lex> war hier ursprünglich von dem Architekten Friedrich Wilhelm Kraemer über der bereits in den 1950er-Jahren als Straßendurchbruch geplanten <lex id="top-0842">Fritz-Erler-Straße</lex> ein monumentales Brücken-Center auf mehreren Ebenen mit Hochhausbauten und einem überdimensionierten Kaufhaus vorgesehen, das aber von der Bevölkerung abgelehnt wurde. Der <lex id="ins-1095">Gemeinderat</lex> entschied sich dann nach einem Architektenwettbewerb für den Bebauungsplan des Münchner Büros Hilmer und Sattler, das in Fortsetzung des Karlsruher GemeinderatFächers eine Blockrandbebauung im sozialen Wohnungsbau im Sanierungsgebiet vorsah.


Diese wurde in den 1970er- Jahren auch an der Westseite des neuen Kronenplatzes realisiert, wobei mit dem um 1890 errichteten sogenannten Hohenzollernhaus das einzige Gebäude der ehemaligen Bebauung stehenblieb und seine Wirkung mit Ecktürmchen und Stufengiebeln vor allem durch die Farbigkeit der verwendeten Back- und Ziegelsteine entfaltet, auf die auch die Steinsichtigkeit der Neubauten in seiner Umgebung antwortet. Die Fächerstruktur konnte allerdings weiter östlich nicht fortgeführt werden, da sie dort von der neuen Fritz-Erler-Straße durchschnitten wird. So bildete die geräumte Fläche zunächst einen Vorplatz zum wenig später im Süden errichteten <lex id="ins-1257">Jugend- und Begegnungszentrum (Jubez)</lex>, das gleichzeitig mit dem Brückenbauwerk über der Fritz-Erler-Straße entstand, das zur neuen Bebauung auf der gegenüberliegenden Seite führte. Das Jubez nimmt dabei nach Süden mit seiner spitzwinklig verlaufenden Gebäudegestalt die Straßenführung der Kronenstraße wieder auf. Der rampenartige Verlauf der Zähringerstraße auf das Brückenbauwerk bedingte dann auch die Höherlegung des Straßenniveaus im hinteren Kronenplatz, so dass dieser nun zweigeteilt ist. Ursprünglich wollte man hier einen kleinen Marktplatz schaffen, wozu auch ein im Volksmund Elefantenhalle genannter Unterstand aus Beton und Leichtmetallbauweise geschaffen wurde. Das Marktgeschehen entwickelte sich aber am vorderen Kronenplatz, wo man auf Laufkundschaft aus der Kaiserstraße hoffte und die kleine Halle blieb so gut wie ungenutzt, so dass sie erst in jüngster Zeit wieder abgerissen wurde.
Diese wurde in den 1970er- Jahren auch an der Westseite des neuen Kronenplatzes realisiert, wobei mit dem um 1890 errichteten sogenannten Hohenzollernhaus das einzige Gebäude der ehemaligen Bebauung stehenblieb und seine Wirkung mit Ecktürmchen und Stufengiebeln vor allem durch die Farbigkeit der verwendeten Back- und Ziegelsteine entfaltet, auf die auch die Steinsichtigkeit der Neubauten in seiner Umgebung antwortet. Die Fächerstruktur konnte allerdings weiter östlich nicht fortgeführt werden, da sie dort von der neuen Fritz-Erler-Straße durchschnitten wird. So bildete die geräumte Fläche zunächst einen Vorplatz zum wenig später im Süden errichteten <lex id="ins-1257">Jugend- und Begegnungszentrum (Jubez)</lex>, das gleichzeitig mit dem Brückenbauwerk über der Fritz-Erler-Straße entstand, das zur neuen Bebauung auf der gegenüberliegenden Seite führte. Das Jubez nimmt dabei nach Süden mit seiner spitzwinklig verlaufenden Gebäudegestalt die Straßenführung der Kronenstraße wieder auf. Der rampenartige Verlauf der Zähringerstraße auf das Brückenbauwerk bedingte dann auch die Höherlegung des Straßenniveaus im hinteren Kronenplatz, so dass dieser nun zweigeteilt ist. Ursprünglich wollte man hier einen kleinen Marktplatz schaffen, wozu auch ein im Volksmund Elefantenhalle genannter Unterstand aus Beton und Leichtmetallbauweise geschaffen wurde. Das Marktgeschehen entwickelte sich aber am vorderen Kronenplatz, wo man auf Laufkundschaft aus der Kaiserstraße hoffte und die kleine Halle blieb so gut wie ungenutzt, so dass sie erst in jüngster Zeit wieder abgerissen wurde.

Version vom 3. November 2025, 09:09 Uhr


Kronenplatz

Wie der Waldhornplatz ist auch der Kronenplatz erst im Zuge der Karlsruher Altstadtsanierung entstanden. Mit der Flächensanierung und der Beseitigung der ursprünglichen Bausubstanz in diesem Bereich des Dörfles in der Kronen-, der Zähringer- und der Kaiserstraße war hier ursprünglich von dem Architekten Friedrich Wilhelm Kraemer über der bereits in den 1950er-Jahren als Straßendurchbruch geplanten Fritz-Erler-Straße ein monumentales Brücken-Center auf mehreren Ebenen mit Hochhausbauten und einem überdimensionierten Kaufhaus vorgesehen, das aber von der Bevölkerung abgelehnt wurde. Der Gemeinderat entschied sich dann nach einem Architektenwettbewerb für den Bebauungsplan des Münchner Büros Hilmer und Sattler, das in Fortsetzung des Karlsruher GemeinderatFächers eine Blockrandbebauung im sozialen Wohnungsbau im Sanierungsgebiet vorsah.

Diese wurde in den 1970er- Jahren auch an der Westseite des neuen Kronenplatzes realisiert, wobei mit dem um 1890 errichteten sogenannten Hohenzollernhaus das einzige Gebäude der ehemaligen Bebauung stehenblieb und seine Wirkung mit Ecktürmchen und Stufengiebeln vor allem durch die Farbigkeit der verwendeten Back- und Ziegelsteine entfaltet, auf die auch die Steinsichtigkeit der Neubauten in seiner Umgebung antwortet. Die Fächerstruktur konnte allerdings weiter östlich nicht fortgeführt werden, da sie dort von der neuen Fritz-Erler-Straße durchschnitten wird. So bildete die geräumte Fläche zunächst einen Vorplatz zum wenig später im Süden errichteten Jugend- und Begegnungszentrum (Jubez), das gleichzeitig mit dem Brückenbauwerk über der Fritz-Erler-Straße entstand, das zur neuen Bebauung auf der gegenüberliegenden Seite führte. Das Jubez nimmt dabei nach Süden mit seiner spitzwinklig verlaufenden Gebäudegestalt die Straßenführung der Kronenstraße wieder auf. Der rampenartige Verlauf der Zähringerstraße auf das Brückenbauwerk bedingte dann auch die Höherlegung des Straßenniveaus im hinteren Kronenplatz, so dass dieser nun zweigeteilt ist. Ursprünglich wollte man hier einen kleinen Marktplatz schaffen, wozu auch ein im Volksmund Elefantenhalle genannter Unterstand aus Beton und Leichtmetallbauweise geschaffen wurde. Das Marktgeschehen entwickelte sich aber am vorderen Kronenplatz, wo man auf Laufkundschaft aus der Kaiserstraße hoffte und die kleine Halle blieb so gut wie ungenutzt, so dass sie erst in jüngster Zeit wieder abgerissen wurde.

Nach dem Abriss der letzten Häuser Mitte der 1970er-Jahre blieb die Kaiserstraße im Bereich des Kronenplatzes lange unbebaut, nachdem der Kaufhausinvestor abgesprungen war. Der Platz wurde mit Bäumen bepflanzt und entwickelte sich zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt mit Fest- und Vereinsveranstaltungen sowie als Standort für den Karlsruher Kulturmarkt, der vor allem Künstlern und Künstlerinnen ein Forum bot. 1988 trat aber der Kosmetikkonzern L’Oréal auf den Plan, der hier seine deutsche Hauptverwaltung ansiedeln wollte. Dagegen gründete sich ein Verein, der die Freifläche zur Kaiserstraße erhalten sehen und den Neubau mit einem Bürgerentscheid verhindern wollte, der aber nicht die erforderliche Mehrheit erreichte. Immerhin versuchte die Stadtverwaltung mit einem Architektenwettbewerb nun die beste städtebauliche Lösung zu finden und das Büro von Hermann Rotermund erhielt den Zuschlag. Dieser plante das sechsstöckige Gebäude mit einem breiten Durchgang zur Kaiserstraße, die die Sichtachse zur Platzanlage und zum Jubez freiließ. Das Gebäude wurde allerdings nicht mehr für L’Oréal, das seine Pläne kurzfristig geändert hatte, sondern für die Vereinten Versicherungen errichtet. Heute dient es mehreren Einzelbereichen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) als Domizil.

Mit dem Neubau war auch der Bau einer zweigeschossigen Tiefgarage verbunden, die die Bepflanzung des Platzes mit Bäumen nicht mehr erlaubte. Durch die neue Bebauung und Pflasterung des Platzes wirkte er nun aber ziemlich gleichförmig und wenig einladend. Mit großzügigen Wasserspielen, die von dem Überlinger Atelier Dreiseitl bis 2002 geschaffen wurden, sollte Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Schon fünf Jahre zuvor war auch der kleine Narrenbrunnen an der Brückenrampe, für den der Festausschuss Karlsruher Fastnacht und seine Mitgliedsvereine gesammelt hatten, eingeweiht worden. Zudem laden kleinere Cafés und Geschäfte auf dem Platz zum Verweilen ein. Neuerdings sind dafür auch Sitzgelegenheiten geschaffen worden. Dass aber immer noch Handlungsbedarf zu bestehen scheint, ist manchen Kommentaren und den Überlegungen zum Sanierungsplan für die Innenstadt-Ost zu entnehmen.

Peter Pretsch 2025

Quellen

Bürgerbeteiligung Sanierungsgebiet Innenstadt-Ost, hier Workshop zum Kronenplatz von 2019, https://beteiligung.karlsruhe.de/file/5e32b6e015d4500558375022; Georg Hertweck: Der Platz, der nicht sein sollte, https://www.stattreisen-karlsruhe.de/post/der-platz-der-nicht-sein-sollte (Zugriff jeweils am 29. Oktober 2025).

Literatur

Peter Pretsch: Kronenplatz, in: Stadtplätze in Karlsruhe, hrsg. v. Stadtarchiv Karlsruhe durch Manfred Koch, Karlsruhe 2003, S. 227-231 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 26).