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Karl Robert Heger


Karl Robert Heger

Fußballspieler, Kaufmann, * 19. Oktober 1884 Karlsruhe, † 26. August 1962 Karlsruhe , ev., später konfessionslos, ∞ 1907 Emma Wielandt, 3 Kinder.

Der Sohn des Bahnhofarbeiters Ernst Heger trat 1899 dem Karlsruher FC Phönix bei. Der Mittelfeldspieler gehörte der Mannschaft an, die 1909 die Deutsche Meisterschaft gewann. 1911 wird er als Schiedsrichter für den FC Alemannia geführt, der ein Jahr später mit dem FC Phönix fusionierte. 1912 trat Heger im 100-Meter-Lauf für den FC Phönix als Leichtathlet an, der ihm 1924 die Ehrenmitgliedschaft verlieh. 1930 wurde er als Trainer mit der Fußballvereinigung Weingarten Meister der A-Klasse.

Heger hatte 1891 bis 1899 die Volksschule, danach bis 1901 die Fortbildungsschule besucht. 1901 wurde er als Magazinschreiber bei der Badischen Eisenbahn eingestellt, 1907 war er als Schreibgehilfe tätig, 1910 als Magazinschreiber. 1915 erfolgte die etatmäßige Anstellung als Kanzleigehilfe und Betriebsassistent, 1918 stieg er zum Betriebsassistent bei der Staatseisenbahnverwaltung auf. 1924 war der inzwischen zum Eisenbahnsekretär beförderte Heger im Vorstand der Kantinengenossenschaft des Eisenbahnhauptwerks.

Während des Ersten Weltkriegs war er ab dem 8. September 1914 als Kriegsfreiwilliger beim Korpsbekleidungsamt des XIV. Armeekorps Karlsruhe tätig und auch beim Flakzug 49 als Gefreiter eingesetzt. Bereits am 1. Juli 1932 trat Heger der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), 1933 der Sturmabteilung (SA), ein Jahr später der Schutzstaffel (SS)-Reserve zuletzt mit dem Rang eines Oberscharführers, 1937 der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) bei. Dem Reichsbund der Deutschen Beamten (RDB) gehörte er seit dessen Gründung 1933 an. 1942 wurde Heger zur Eisenbahnbetriebsgruppe einberufen mit dem Titel eines Sonderführers, weil er nicht die Voraussetzungen für einen Leutnant hatte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er am 1. Juli 1945 entlassen und war seit 11. Februar 1946 interniert. Am 25. Juni 1947 wurde er dort wegen seiner Spruchkammerverhandlung entlassen, in der er als Minderbelasteter eigestuft wurde, da er keine Parteiämter innegehabt hatte, nicht für die NSDAP geworben habe und auch an keinen Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung beteiligt war. Am 1. August 1948 wurde er wieder eingestellt, um gleich als Reichsbahninspektor in den Ruhestand versetzt zu werden.

Ernst Otto Bräunche 2025

Quellen

GLA 465h/2990, 421/3290; Karlsruher Zeitungen.

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 190-198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28).