Walter Conz, Foto aus: Adolf von Oechelhäuser: Geschichte der Großherzoglich Badischen Akademie der Bildenden Künste. Festschrift zum 50-jährigen Stiftungsfeste, Karlsruhe 1904, S. 108.

Walter Conz

Maler, Radierer, * 27. Juli 1872 Stuttgart, † 13. Mai 1947 Überlingen, konfessionslos, ∞ 1899 Olga Buisson.

Conz studierte an den Kunstschulen in Stuttgart 1890/91 und Karlsruhe 1891-1898. Seine Lehrer in Karlsruhe waren Ernst Schurth, Caspar Ritter, Gustav Schönleber, Leopold Graf von Kalckreuth und Wilhelm Krauskopf. Neben der Malerei, zuletzt als Meisterschüler von Schönleber und Kalckreuth, setzte er sich vor allem mit der Radiertechnik auseinander. Als Krauskopf 1899 krankheitsbedingt aus der Kunstschule ausschied, wurde Conz mit der Leitung der Radierklasse betraut, die er bis zu seiner Emeritierung 1933 innehatte, seit 1902 als ordentlicher Professor. Zu seinen Schülern zählten Karl Hubbuch und Wilhelm Hempfing. Ab 1902 arbeitete er auch mit der im Vorjahr gegründeten großherzoglichen Majolika-Manufaktur zusammen. Neben Schönleber, Kalckreuth und Krauskopf beeinflusste auch Hans Thoma das naturalistisch geprägte Kunstschaffen von Conz, bei dem sich Grafik und Malerei in etwa die Waage halten.

Bevorzugtes Sujet war die Landschaft, die sich ausschnitthaft aus unterschiedlicher Entfernung dem Betrachter darbietet. Die menschliche Figur spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Darstellungen ihm nahestehender Personen sowie Stillleben unterbrechen gelegentlich die Reihe der Landschaften. Die Radiertechnik beherrschte Conz mit großer Meisterschaft. Wie locker hingeworfene Zeichnungen wirken die Blätter, deren lineare Strukturen die gesamte Tonalität zwischen Weiß und Schwarz umfassen. In seiner Malerei bevorzugte er Braun-, Grün- und Blautöne. Hier reicht der stilistische Ausdruck vom Realismus (Bildnis Frau von Harder, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe) über den Impressionismus (Landungssteg am Kölpinsee auf Usedom, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe) bis hin zu großzügig notierten Landschaftskompositionen.

Katja Förster 2014

Literatur

Josef August Beringer: Badische Malerei 1770-1920, zweite überarb. und stark erweiterte Aufl., Karlsruhe 1922, S. 143-145; Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Katalog Neuere Meister. 19 und 20. Jahrhundert, bearb. von Jan Lauts und Werner Zimmermann, Karlsruhe 1971, S. 42.