Eugen Geck, Foto eines Gemäldes von Winkler, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 194.

Eugen Geck

Zeitungsverleger, Politiker, * 15. Oktober 1869 Offenburg, † 7. März 1931 Karlsruhe, kath., ∞ 1912 Martha Thiel, 1 Sohn.

Eugen Geck absolvierte nach dem Besuch der Oberrealschule in Reutlingen in der Glasfabrik seines Vaters 1886-1889 eine handwerkliche und kaufmännische Lehre. Danach arbeitete er in dem Familienbetrieb und sammelte auf Geschäftsreisen Erfahrungen in anderen Werkstätten. 1892/93 diente er als Einjährig-Freiwilliger bei einem Straßburger Infanterieregiment. Wie schon sein Vater, betrieb er eine intensive Parteiarbeit für die verbotene Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und wurde als Mitglied des Offenburger Wahlvereinsvorstands 1890 zweimal zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Gefängnisstrafen erlitt während des Sozialistengesetzes auch sein Onkel Ernst Adolf Geck, der in Offenburg seit 1882 die sozialdemokratisch orientierte Zeitung "Der Volksfreund" herausgab. 1898 erwarb die SPD den Volksfreund als offizielles Parteiorgan und übertrug Eugen Geck die verlegerische Verantwortung für das seit 1899 in Karlsruhe erscheinende Blatt. Die Redaktion der Zeitung vertrat unter seiner Führung die revisionistische Ausrichtung der badischen SPD-Führung. Die Leitung des Volksfreunds gab Geck 1927 aus gesundheitlichen Gründen ab, blieb aber mit kommunalpolitischen Beiträgen journalistisch aktiv.

Seine Betätigung als Parlamentarier begann er 1905 mit der Wahl in den Bürgerausschuss der Stadt Karlsruhe, dem er bis 1931 angehörte, seit 1908 zusammen mit Wilhelm Kolb als einer der beiden ersten sozialdemokratischen Stadträte. Sein Interesse widmete er hier besonders Finanzfragen und dem Sparkassenwesen. 1911 wurde Geck erstes SPD-Mitglied des Kreisrates. 1914-1916 nahm Geck als Unteroffizier am Ersten Weltkrieg teil. Bei der Bildung des Karlsruher Arbeiter- und Soldatenrates am 12. November 1918 wurde er in dessen Vorstand berufen. 1919-1921 gehörter Geck dann der Badischen Nationalversammlung bzw. dem Badischen Landtag an. Als Mitglied des Dreimännerkollegiums wirkte er an der Ausarbeitung der neuen badischen Gemeindeordnung mit. Im Karlsruher Kreis- und Ortsverband der SPD führte er zudem 1919-1931 den Vorsitz.

Zu seinen Ehren berief Oberbürgermeister Julius Finter nach Gecks Tod eine Trauersitzung des Gemeinderats ein, der die Nationalsozialisten fernblieben. Sie benannten nach der Machtübernahme 1933 die ihm im Dammerstock 1929 gewidmete Eugen-Geck-Straße in Saarbrücker Straße um. 1964 wurde in Oberreut wieder eine Eugen-Geck-Straße benannt.

Manfred Koch 2016

Quelle

GLA 231/10956 fol. 139 (Personalbogen MdL).

Literatur

Erwin Dittler: Geck, Eugen, in: Badische Biographien, NF Bd. IV, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1996, S. 85 f.; Rainer Gutjahr: Eugen Geck, in: Manfred Koch (Hrsg.): Im Mittelpunkt der Mensch. Parlamentsreden Karlsruher SPD-Abgeordneter, Karlsruhe 2001, S. 63-67, https://books.google.de/books?id=SVVO6kcaqXkC&pg=PA63&lpg=PA63&dq=eugen+geck+spd&source=bl&ots=skOm3pGhHg&sig=rLhMq90SoQr5svH4eFbXAi-YV3E&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjV65zvs-bOAhXC6RQKHfNQC14Q6AEIMDAF#v=onepage&q=eugen%20geck%20spd&f=false (Zugriff am 29. August 2016).