Georg Friedrich (Fritz) Heidt

Architekt, * 17. August 1889 Konstanz, † 1. März 1973 Karlsruhe, ev., ∞ 1924 Emma Rosa Wittwer, kinderlos.

Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Mannheim nahm Friedrich Heidt zum Wintersemester 1908/09 das Studium der Architektur an der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe auf, das er, unterbrochen von einem Semester an der Münchner Universität 1910, im März 1913 als Diplom-Ingenieur beendete. Einen Monat später wurde er zwar als Baupraktikant in den badischen Staatsdienst aufgenommen, konnte aber erst im Mai 1919 die Staatsprüfung im Hochbaufach zum Regierungsbaumeister ablegen, da er während des Ersten Weltkriegs als Leutnant der Reserve in Frankreich und Russland im Einsatz war. Von Anfang 1919 bis November 1926 war er Assistent an der TH Karlsruhe. 1922 machte er sich als Architekt selbstständig und ging zur selben Zeit mit seinem ehemaligen Studienkollegen Arthur Brunisch eine Bürogemeinschaft ein, die, von 1940-1945 abgesehen, bis zum Tod von Brunisch am 7. Mai 1965 bestand.

Bis auf ein mehrgeschossiges Wohnhaus in der Adlerstraße 59 (1936), das in Heidts Besitz blieb, sind alle bekannten Bauprojekte vor 1940 und nach 1945 aus der Architektengemeinschaft Brunisch & Heidt hervorgegangen. Vor 1940 gehörten unter anderen dazu das Wohnhaus Nördliche Hildapromenade 4 (1928), der neue Konzertsaal für das Munz‘sche Konservatorium Waldstraße 79 (1932), der Um- und Erweiterungsbau für das Stoff-Fachgeschäft Leipheimer & Mende Kaiserstraße 169-171 (1938) sowie der Umbau des ehemaligen Bankhauses Straus & Co am Friedrichsplatz 1-2 für die Badische Bank (1939) und außerhalb von Karlsruhe die evangelischen Kirchen in Neckarhausen, Oberflockenbach und Philippsburg (1936), der Erweiterungsbau des Bruchsaler Krankenhauses des Fürst-Stirum-Hospitals und das Kindererholungsheim Falkau (1935/36).

Seit 1922 war Heidt Mitglied der Badischen Architektenschaft (BA) des Bundes Deutscher Architekten (BDA), seit 1933 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und der Reichskammer der bildenden Künste. Als Leutnant der Reserve wurde er Anfang Juni 1940 zur Kraftfahr-Ersatz-Abteilung 5 eingezogen. Von August 1940 bis Oktober 1944 war er als Neubauleiter für den Wiederaufbau der Kriegsschäden in Colmar beim Chef der Zivilverwaltung im Elsass zuständig.

Von Mai bis August/September 1945 arbeitete er als Bauleiter für Instandsetzungen bei der Stadt Karlsruhe, seit September 1946 als Leiter der Beratungsstelle für Ortsbaupläne in den Landkreisen Karlsruhe, Pforzheim und Bruchsal. Ende August 1954 schied er altersbedingt aus dem Dienstverhältnis aus.

Nach seiner Wiederzulassung als Architekt durch das Wirtschaftskontrollamt im September 1946 setzte er auch die Bürogemeinschaft mit seinem ehemaligen Partner Brunisch fort. Es entstanden unter anderen ein Wohnhaus am Durlacher Turmberg (1948), die Mietswohnhäuser Seminarstraße 4-8 (1953) in Zusammenarbeit mit dem Architekten Eduard Kopf und die Johann-Peter-Hebel-Realschule in der Moltkestraße 8 (1960-1962). Außerdem übernahm das Büro den Wiederaufbau einiger exponierter Gebäude wie des Geschäftshauses Karl-Friedrich-Straße 22 und der ehemaligen Stadtvilla Reinhold-Frank-Straße 67.

Katja Förster 2020

Quellen

StadtAK 1/Wi-ko-Amt 8758; GLA 465 h/8844, 466-2/3891; Karlsruher Tagblatt vom 2. November 1932 und 19. Januar 1937; Badische Presse vom 22. April 1939.