Einweihung des neuen Basketball-Freiplatzes im Rheinstrandbad Rappenwört am 2. Juli 1967, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A14/135/4/8.

Basketball

Die Anfänge des Basketballs gehen ins letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zurück. Erfunden wurde das Spiel 1891 von dem kanadischen Arzt und Pädagogen James Naismith. In Deutschland dauerte es bis in die 1930er-Jahre, ehe in einigen Sportvereinen eigene Basketballabteilungen entstanden. Nach den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, an denen auch eine auf die Schnelle aufgestellte deutsche Nationalmannschaft – erfolglos - teilnahm, kamen weitere hinzu.

In Karlsruhe spielte im Dezember 1937 erstmals eine Studentenmannschaft der Technischen Hochschule gegen die der Universität Straßburg, wo das Basketballspiel schon fest etabliert war. In Karlsruhe wurde also nur wenig später als in Stuttgart, die erste Basketball-Stadt im heutigen Baden-Württemberg, Basketball gespielt. In Baden erhielt zunächst das Gaufachamt Handball die Zuständigkeit für die neue Sportart. Als vom 23. bis 26. Juni 1938 ein Gaugruppenlehrgang stattfand, war der Polizeisportverein Karlsruhe (PSV) eine von vier dort vertretenen badischen Mannschaften. Bei einem weiteren Lehrgang im März des folgenden Jahres war der Postsportverein Karlsruhe zum Kreis der Vereine gestoßen.

Mit Kriegsbeginn kam auch das Basketballspiel zunächst zum Erliegen. Seit 1941 gab es in Karlsruhe immer wieder Spiele vor allem von Mannschaften der Technischen Hochschule. 1942 war aber der Skiclub die dominierende Karlsruher Mannschaft, 1943 stieß der Karlsruher Turnverein (KTV) dazu, der zugleich auch als erster Verein eine Frauen-Basketballmannschaft aufbot. 1944 scheint es keinen Spielbetrieb mehr gegeben zu haben.

Nach dem Krieg finden sich erst wieder 1947 Hinweise auf erste Basketballaktivitäten in Karlsruhe. Die junge KTV-Mannschaft erreichte bei einem Turnier in Darmstadt mit einem zweiten Platz einen ersten Achtungserfolg. Neben dem KTV spielten auch der Skiclub und der Ruderverein Wiking Basketball, die zu Beginn des Jahres 1949 von einer Verfügung der Militärregierung betroffen waren, als diese das Hochschulstadion, das als einziges über Basketballkörbe verfügte, ab 14 Uhr für eigene Zwecke beschlagnahmte. Dass im Sommer des Jahres in der Reithalle der Forstner-Kaserne ein Turnier stattfand, spricht dafür, dass eine Lösung gefunden worden war und die Vereine weiterspielen konnten. Im November des Jahres gastierte zum ersten Mal wieder eine Schweizer Mannschaft in Karlsruhe. Der Lausanne Basketball Club schlug den kurz zuvor gegründeten Basketballclub Karlsruhe, der erste reine Basketballverein in Karlsruhe.

1952 gab es vier Karlsruher Mannschaften, die Basketball spielten: neben dem Basketballclub noch der Kanu-Club Maxau, der KTV und der Ski-Club. Zehn Jahre später hatten auch die Eisenbahnersportgemeinschaft (ESG) Frankonia, der Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phoenix (KSC), die Karlsruher Sportvereinigung Germania und der Turn- und Sportverein 1889 e. V. Daxlanden eigene Basketballabteilungen.

Außerdem spielte die Sportabteilung des Karlsruher Young Men’s Christian Association (YMCA) unter dem Namen Eichenkreuz seit 1955 Basketball. 1968 waren von neun Vereinen, die um den Kreispokal spielten, sieben Karlsruher Mannschaften (aus der Oberliga Südwest der KSC, aus der Landesliga Eichenkreuz Karlsruhe und DJK Ost, aus der Bezirksliga der KTV, Post SV, FC Südstern, Turnerschaft Durlach und der Skiclub Karlsruhe. Nicht vertreten von den 1968 Basketball spielenden 15 Karlsruher Vereinen waren der Basketballclub, ESG Frankonia, Postsportverein, Germania und der Türkische Studentenverein.

Von diesen Vereinen besteht der Postsportverein, der seit 1961 wieder über eine eigene Basketballabteilung verfügte, heute noch. 1993 schloss sich diese mit der des FC Südstern zur BG Post/Südstern Karlsruhe, später Basketball-Gemeinschaft (BG) Karlsruhe zusammen. Der Verein, der 1995 in die 2. Basketball-Bundesliga aufstieg, wurde mit dem Aufstieg in die Bundeslaige 2003 der erfolgreichste Karlsruher Basketballverein. Erfolgreichster Spieler war der viermalige Nationalspieler Rouwen Roessler. Nach dem Abstieg 2007 schaffte es die BG trotz der Rückkehr Roessler 2008, der für zwei jahre zu den Gießen46er gew3echselt war, nicht mehr, an die alte Klasse anzuschließen. 2017 kam es zum Zwangsabstieg auch aus dieser Liga, da die BG keine Lizenz für die neue Saison der 2. Bundesliga ProB erhielt. Am 16. Juni 2021 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, womit Karlsruhes insgesamt erfolgreichster Basketballverein aus dem Spielbetrieb ausschied.

Dafür spielt 2022 Post Südstadt Karlsruhe LIONS als stärkste Karlsruher Mannschaft in der 2. Basketball Bundesliga ProA. 2016 hatte der Verein die Zusammenarbeit in der BG Karlsruhe aufgekündigt, er stieg in der Saison 2016/2017 in die Barmer 2. Basketball Bundesliga ProA auf und spielt seit August 2021 in der neuen, kurz zuvor fertiggestellten, nach Lina Radke benannten Halle, da die zuvor seit Dezember 2017 mit einer Ausnahmegenehmigung genutzte Europahalle wegen aufwändiger Sanierungsarbeiten geschlossen werden musste.

Ernst Otto Bräunche 2022

Quellen

Adressbuch 1952, S. I 22-23 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/structure/804860 (Zugriff am 7. Januar 2022); StadtAK 1/H-Reg 9808; Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 5. August 1947, 16. September 1947, 25. Juli 1949, 7. und 21. November 1949, https://digital.blb-karlsruhe.de/6351994 (Zugriff am 7. Januar 2022); Der Führer vom 19. Dezember 1937; 50 Jahre Basketball in Baden-Württemberg, Mössingen 1987; 50 Jahre Sportgemeinschaft Eichenkreuz Karlsruhe e. V., Karlsruhe 2001; Homepage PSK Lions, https://www.psk-lions.de/club/geschichte.html (Zugriff am 7. Januar 2022); Gerhard Wolff: Runter vom Parkett. Genial oder launisch: Zum Karriereende des langjährigen BG-Urgesteins Roewen Roessler, BNN vom 14. Mai 2022.