Gesamtansicht der Brauerei A. Printz in der Kaiserallee 13-15, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVf 415.

Brauerei A. Printz

Nach der Lehre in der Wilhelm Schaller'schen Bierbrauerei Zum Rappen in Lahr und anschließender Wanderschaft arbeitete der in Karlsruhe geborene Albert Printz zuerst in der Brauerei des verstorbenen Karl Höfle in der Waldstraße 61, bevor er nach Erhalt des Bürger- und des Meisterrechts zum 1. Oktober 1850 die Bierbrauerei einschließlich des Lokals von Wilhelm Roos in der Herrenstraße 4 mietweise übernahm. Steigender Absatz und technischer Fortschritt verlangten nach Erweiterung und Modernisierung des als Handbetrieb geführten Unternehmens. 1864 erfolgte der Kauf einer Dampfmaschine, der ersten in einer Karlsruher Brauerei, 1865 die Vergrößerung des Sudwerks und die Anlage eines kombinierten Bier- und Eiskellers vor dem Mühlburger Tor, wiederum einer der ersten dieser Art in Karlsruhe.

Nachdem Printz Anfang der 1860er-Jahre das Anwesen Innerer Zirkel 31 gekauft hatte, erwarb er 1867 von den Erben Roos die beiden angrenzenden Anwesen Herrenstraße 4 und Innerer Zirkel 35. Da auf längere Sicht aber eine Weiterentwicklung der Brauerei zu einem industriellen Unternehmen an diesem innerstädtischen Standort nicht möglich war, hatte Albert Printz bereits vor 1865 ein großes Terrain vor dem Mühlburger Tor erworben. Auf diesem entstand von 1874-1876 eine neue Brauerei- und Mälzereianlage nach Plänen des auf Brauereianlagen spezialisierten Chemnitzer Architekten Armin Einenkel sowie das eigene von dem Bopparder Architekten Joseph Balthasar Fuchs entworfenen Wohnhaus. Die im Neorenaissancestil erbaute Anlage in der Mühlburger Straße 7 (heute Kaiserallee 13-17) galt als eine der modernsten Braustätten im Großherzogtum Baden.

1878, zwei Jahre vor dem Tod des Firmengründers, traten seine Söhne Albert und Friedrich als gleichberechtigte Teilhaber in das Unternehmen ein, 1881 folgte Sohn Emil, der bereits 1887 verstarb, und 1894 der jüngste Sohn Max. Bis 1897 entstanden auf dem 33.052 Quadratmeter großen Gelände, das im Westen von der Scheffel-, im Süden von der Sophienstraße und im Osten vom städtischen Gaswerk begrenzt wurde, noch weitere Bauten, darunter drei Bier- und Eiskeller, eine Picherei, zwei Kessel- und Maschinenhäuser, ein Stallgebäude und ein Kontorbau.

Der Erste Weltkrieg führte bei der bis zur Jahrhundertwende bedeutendsten Karlsruher Brauerei zu einem großen wirtschaftlichen Einbruch. 1920 fusionierte sie daher mit der Brauerei Schrempp zur Karlsruher Brauereigesellschaft, vormals K. Schrempp und A. Printz. Während die Malzherstellung auf dem Firmengelände A. Printz verblieb, fand der gesamte Brauprozess auf dem Firmengelände K. Schrempp in der Karlstraße 63-65 statt. Die nicht mehr benötigten Firmenbauten in der Kaiserallee wurden nach und nach umfunktioniert und vermietet. Von der gesamten Anlage ist heute nur das Wohnhaus an der Ecke Kaiserallee/Scheffelstraße erhalten.

Katja Förster 2014

Quelle

1850-1900. Zum 50jährigen Geschäfts-Jubiläum der Brauerei A. Printz in Karlsruhe, Karlsruhe 1901.

Literatur

Barbara Guttmann: Hopfen & Malz. Die Geschichte des Brauwesens in Karlsruhe. Mit Beiträgen von Thomas Meyer und Erik Neumann, hrsg. von der Stadt Karlsruhe – Stadtarchiv, Karlsruhe 1998 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 19).