Die neue Kapelle für den Friedhof Mühlburg kurz vor der Einweihung, 22. November 1958, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A5/138/1/9A.

Friedhof Mühlburg

Seit wann es einen eigenen Friedhof in Mühlburg gab, kann nicht ermittelt werden. Spätestens mit der Erhebung zur Stadt im Jahr 1670 dürfte es aber einen solchen gegeben haben. Als Mühlburg 1886 nach Karlsruhe eingemeindet wurde, war der Friedhof an der Grenze zwischen Mühlburger und Knielinger Gemarkung an der heutigen Lerchenstraße fast vollständig belegt. Kleine Grundstückszukäufe zur Erweiterung reichten nicht aus. 1898 gab es konkrete Pläne, einen zweiten Mühlburger Friedhof im Gewann Mittlerer See auf Knielinger Gemarkung an der heutigen Hertzstraße, nördlich der Julius-Hirsch-Straße (früher: Karlsruher Weg) in der heutigen Nordweststadt anzulegen. Obgleich die notwendigen Grundstücke durch die Stadt bereits angekauft waren, wurde der neue Friedhof wegen der hohen Kosten, und weil 1904 kein dringendrs Bedarf mehr bestand, nicht realisiert. Stattdessen konnte der bestehende Friedhof durch den Ankauf einiger Grundstücke nach Norden hin erweitert werden.

1958 wurde die neue von dem Architekten Wilhelm Wede erbaute Friedhofskapelle, deren Wandschmuck von dem Bildhauer Carl Egler stammt, eingeweiht. 1961 folgte im Eingangsbereich des Friedhofes eine Gedenkstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges mit 94 um eine ebenfalls von Bildhauer Carl Egler geschaffene Frauen-Skulptur „Die Flehende“ angeordneten Sandsteinkreuzen.

Zu den Grabmälern von Bedeutung gehört zum einem die Seldenecksche Gräberstätte, zum anderen die Familiengrabstätte von Arthur Pfeifer, dem Mitbegründer der Architektengruppe Pfeifer und Großmann.

Nach einer Erweiterung 1956 umfasst der Friedhof 2,26 Hektar.

Ernst Otto Bräunche 2012

Quellen

http://www.karlsruhe.de/b4/buergerdienste/bestattungen/friedhoefe/fried-westen/muehlburg (Zugriff am 5. September 2012); StadtAK 1/H-Reg 2212-2217.