Elisabeth Eisenhauer, langjährige Vorsitzende des Bürgervereins Beiertheim, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A55/112/6/15.

Bürgerverein Beiertheim

Der Bürgerverein Beiertheim ist die Interessenvertretung der Bewohnerinnen und Bewohner Beiertheims. Beiertheim ist ein Ortsteil des Karlsruher Stadtteils Beiertheim-Bulach. Der Zweck des Bürgervereins besteht laut Satzung in der Wahrnehmung und Vertretung der Bürgerinteressen auf kommunaler Ebene im Hinblick auf Umwelt- und Naturschutz, Lärmbekämpfung, Reinhalten von Wasser und Luft sowie die Pflege des Heimatgedankens und des örtlichen Brauchtums.

Gegründet wurde der Bürgerverein 1907, im Jahr der Eingemeindung Beiertheims nach Karlsruhe. Das genaue Datum ist nicht bekannt. Zum Gründungsvorsitzenden gewählt wurde Carl Knust, seit 1880 Besitzer des Stephanienbads. Die Arbeit des Bürgervereins bestand in der Anfangszeit vor allem in der Beratung und Betreuung mehrerer Beiertheimer Anwohner, deren Grundstücke zum Bau des neuen Hauptbahnhofs enteignet werden sollten. 1934 wurde der Bürgerverein im Rahmen der Gleichschaltungspolitik der Nationalsozialisten zwangsaufgelöst. Seine Wiedergründung erfolgte am 21. November 1952.

Seit den späten 1960er-Jahren beherrschten der Bau der Südtangente und deren Auswirkung auf Mensch, Natur und Umwelt für Jahrzehnte die Tätigkeit des Bürgervereins. In permanenter kritischer Begleitung des Vorhabens wandte sich der Bürgerverein wiederholt an die Rathausspitze, um über den Fortschritt der baulichen Arbeiten, insbesondere was Verkehrsführung und damit zusammenhängende Lärmbelästigung betrifft, informiert zu werden und gegebenenfalls Einfluss darauf nehmen zu können. Diese Arbeit des Bürgervereins fand mit der Fertigstellung des Baus der Lärmschutzwände an der Südtangente und der L 605 (Westtangente) im Jahr 2006 einen zufriedenstellenden Abschluss.

Ein weiteres wichtiges Projekt des Bürgervereins betraf die Errichtung einer Aussegnungshalle auf dem Friedhof Beiertheim. Nach mehreren Jahren intensiver Gespräche zwischen Bürgerverein und Stadtverwaltung konnte die Aussegnungshalle im November 1972 eingeweiht werden. Ebenfalls langwierig gestaltete sich die Diskussion zwischen Stadt und Bürgerverein über eine Renovierung der Friedhofskapelle. Nach 15 Jahren der Gespräche und Planung konnte schließlich auch in dieser Frage Einigkeit erzielt werden und die Renovierung 2003 durchgeführt werden. An geselligen Veranstaltungen richtet der Bürgerverein Beiertheim den Sommerhock (seit 2018) und – gemeinsam mit dem Bürgerverein Bulach – den Beiertheim-Bulacher Bürgerbrunch (seit 2015) aus. Seit 1961 gibt der Bürgerverein Beiertheim das Mitteilungsblatt Unser Beiertheim heraus. In der Zeitschrift, die seit 2012 sechsmal (davor dreimal) im Jahr kostenlos an alle Haushalte verteilt wird, informiert der Bürgerverein über seine Veranstaltungen sowie über stadtteilrelevante Themen.

Vorsitzende des Bürgervereins Beiertheim nach dessen Neugründung waren Franz Schrittner (1952-1967), Anton Ehret (1968-1984), Elisabeth Eisenhauer (1985-2004), Udo Greiner (2004), Wolfgang John (2005-2007), Dieter Brunner (2007-2011), Thomas Hettmannsperger (2011-2013) und Angela Geiger (2013- 2015). Seit 2015 hat Wolfgang Rost dieses Amt inne.

René Gilbert 2019

Literatur

Bürgerverein Karlsruhe-Beiertheim (Hrsg.): 100 Jahre Stadtteil Beiertheim und Bürgerverein Beiertheim 1907-2007, Karlsruhe 2007; Sigrid Eder: Geselligkeit und Vereinsleben, in: Beiertheim. Streifzüge durch die Ortsgeschichte, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe und dem Bürgerverein Beiertheim durch Peter Pretsch, Karlsruhe 2010, S. 91-101, hier S. 95-97; Homepage des Bürgervereins Beiertheim, http://www.beiertheim.de/ (Zugriff am 1. September 2019).