Friedhof Beiertheim, 1969, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A17/25/3/5.
Einweihung der neuen Aussegnungshalle auf dem Friedhof Beiertheim, 1972, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A24/145/1/29.

Friedhof Beiertheim

Der erste Friedhof in Beiertheim wurde 1521 von der Bruderschaft Unserer Lieben Frau angelegt und befand sich bis 1846 bei der nicht mehr existierenden Kapelle St. Michael im Bereich der heutigen Turnhalle der Grundschule Beiertheim. St. Michael war 1957 abgerissen worden, weil die Stadt das Gelände zum Neubau für die im Zweiten Weltkrieg zerstörte alte Turnhalle benötigte. Als Ersatz erhielt die Pfarrgemeinde St. Michael ein Grundstück im südwestlichen Bereich der Kreuzung Ebertstraße/Gebhardstraße. Auf diesem Areal, das nördlich unmittelbar an die 1915 fertiggestellte und 1970 abgerissene Notkirche St. Michael (Ecke Hohenzollernstraße/Gebhardstraße) grenzte, wurde 1963 bis 1965 die Kirche St. Michael errichtet.

1846 wurde der Friedhof auf ein neues Areal an der Hohenzollernstraße (damals Kaiserstraße) verlegt, mit einer Sandsteinmauer eingefasst, und am 5. Juli geweiht. An der Nordseite des Geländes befindet sich ein altes Wegkreuz aus dem 18. Jahrhundert, das bis heute auf die Zugehörigkeit Beiertheims zum damaligen katholischen Landesteil Baden-Baden hinweist. Vor dem Wegkreuz befindet sich ein Gedenkstein für die deutschen Opfer der beiden Weltkriege.

1964 konnte der Bürgerverein Beiertheim eine Erweiterung des Friedhofsgeländes um 9 Meter nach Westen erreichen und damit einer möglichen Schließung entgegenwirken. Durch seine Lage zwischen Ebertstraße, Wartburgstraße und Hohenzollernstraße und die Einpassung in das Wohngebiet ist eine weitere Vergrößerung des Friedhofgeländes kaum möglich. Seit 1972 besitzt der Friedhof eine Aussegnungshalle, die sich rechts neben dem Eingang befindet. Sie wurde nach einem Planungsentwurf des städtischen Hochbauamts von siebzehn Auszubildenden im Rahmen eines Ausbildungs-Modellprojekts des Nachwuchses im Zimmererhandwerk Nord- und Mittelbadens errichtet. 1994 stiftete der Beiertheimer Bürger Richard Wolz für die Friedhofskapelle ein von ihm selbst aus Lindenholz gestaltetes Christuskreuz. Im Mai 2003 wurde die Kapelle nach siebenmonatigen Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten neu eingeweiht. Sie besitzt nun einen Kühlraum für Särge, ein kleines Gesprächszimmer für Seelsorger und Trauernde, eine von außen begehbare Toilette sowie auf der Südseite eine mit Glas überdachte offene Vorhalle. Mit 0,7 Hektar gehört der Friedhof Beiertheim zu den kleinsten Karlsruher Stadtteilfriedhöfen.

René Gilbert 2019

Quelle

StadtAK 8/ZGS 3.2.

Literatur

Bürgerverein Karlsruhe-Beiertheim (Hrsg.): 100 Jahre Stadtteil Beiertheim und Bürgerverein Beiertheim 1907-2007, Karlsruhe 2007; https://www.karlsruhe.de/b4/buergerdienste/bestattungen/friedhoefe/fried-sueden/beiertheim.de (Zugriff am 8. September 2019).