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Bankkaufmann, Fußballnationalspieler, * 16. November 1889 Karlsruhe, † 25. Dezember 1955 Karlsruhe, ∞ Aimee Dedebal. 1 Sohn.<br/ ><br/ >Der Sohn eines Schlossers spielte als Linksaußen seit 1907 in der ersten Mannschaft des <lex id="ins-1214">FC Phönix Karlsruhe</lex>. Mit seinem Außenstürmerkollegen <lex id="bio-0528">Karl Wegele</lex> bildete er das gefährlichste Außenstürmerduo seiner Zeit. In den Jahren 1909 bis 1912 wurde er fünfmal in die Deutsche Nationalmannschaft berufen, das erste Mal am 4. April 1909 im <lex id="ins-11042">Stadion</lex> des <lex id="ins-0972">Karlsruher Fußballvereins</lex> (KFV) bei der <lex id="ins-1650">Telegraphenkaserne</lex>, in dem der erste Sieg einer deutschen Nationalmannschaft mit 1:0 über die Schweiz gelang. 1909 wurde er mit dem goldenen Phönixring geehrt. |
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1912 beendete der ausgebildete Bankkaufmann Emil Oberle seine Fußballlaufbahn in Deutschland und ging nach Istanbul, wo er noch erfolgreich für Galatasaray Istanbul spielte und später zu deren Ehrenspielführer ernannt wurde. In der Türkei blieb er von einer kurzen Unterbrechung nach dem <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkrieg</lex> und einem zweijährigen Aufenthalt in Sofia 1934-1936 abgesehen und arbeitete als Stellvertretender Direktor einer Bank. 1934 trat Oberle der Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei <lex id="ins-0324">NSDAP</lex> bei, weshalb er 1947 in einem schriftlichen <lex id="ereig-0099">Spruchkammerverfahren</lex> als Mitläufer und zu einer Sühnezahlung von 400 RM verurteilt wurde. |
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1946 wohnte Oberle nach seiner Ausweisung aus der Türkei in der Eisenlohrstraße 14. 1948 wurde er Stellvertretender Vorsitzender des <lex id="ins-0970">Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)</lex>. 1951 war Oberle dann wieder in Istanbul tätig und wurde während eines Urlaubs in Karlsruhe mit einem Ehrenabend geehrt, den der <lex id="ins-1213">VfB Mühlburg</lex>, dem er ein Freundschaftsspiel in der Türkei gegen Galatasary Istanbul vermittelt hatte, mit dem FC Phönix und dem KETV veranstaltete. Als Oberle bei seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1955 bereits ein Haus in Baden-Baden gekauft hatte, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte, erkrankte er und verstarb in einem Karlsruher Krankenhaus. |
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Bankkaufmann, Fußballnationalspieler, * 16. November 1889 Karlsruhe, † 25. Dezember 1955 Karlsruhe, ∞ Aimee Dedebal.<br/ ><br/ > |
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Auf fünf Länderspiele in den Jahren 1909 und 1912 brachte es der Linksaußen der Meistermannschaft des <lex id="ins-1214">FC Phönix</lex> Karlsruhe Emil Oberle. Der Sohn eines Schlossers spielte als Stürmer seit 1907 in der ersten Phönixmannschaft. Mit seinem Außenstürmerkollegen <lex id="bio-0528">Karl Wegele</lex> bildete er das gefährlichste Außenstürmerduo seiner Zeit. 1912 beendete der ausgebildete Bankkaufmann seine Fußballlaufbahn und ging nach Istanbul. In der Türkei blieb er von einer kurzen Unterbrechung nach dem <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkrieg</lex> abgesehen bis zu seinem Tode und leitete dort eine Bank. Regelmäßig kam er aber nach Karlsruhe zu Besuch. Als er bei seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1955 bereits ein Haus in Baden-Baden gekauft hatte, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte, erkrankte er und verstarb in einem Karlsruher Krankenhaus. |
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==Quelle== |
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GLA 465h/20931. |
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==Literatur== |
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Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28). |
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Emil Oberle. in: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Oberle<nowiki/>(Zugriff am 16. Dezember 2024). |
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Aktuelle Version vom 29. Januar 2026, 09:38 Uhr
Emil Josef Oberle
Bankkaufmann, Fußballnationalspieler, * 16. November 1889 Karlsruhe, † 25. Dezember 1955 Karlsruhe, ∞ Aimee Dedebal. 1 Sohn.
Der Sohn eines Schlossers spielte als Linksaußen seit 1907 in der ersten Mannschaft des FC Phönix Karlsruhe. Mit seinem Außenstürmerkollegen Karl Wegele bildete er das gefährlichste Außenstürmerduo seiner Zeit. In den Jahren 1909 bis 1912 wurde er fünfmal in die Deutsche Nationalmannschaft berufen, das erste Mal am 4. April 1909 im Stadion des Karlsruher Fußballvereins (KFV) bei der Telegraphenkaserne, in dem der erste Sieg einer deutschen Nationalmannschaft mit 1:0 über die Schweiz gelang. 1909 wurde er mit dem goldenen Phönixring geehrt.
1912 beendete der ausgebildete Bankkaufmann Emil Oberle seine Fußballlaufbahn in Deutschland und ging nach Istanbul, wo er noch erfolgreich für Galatasaray Istanbul spielte und später zu deren Ehrenspielführer ernannt wurde. In der Türkei blieb er von einer kurzen Unterbrechung nach dem Ersten Weltkrieg und einem zweijährigen Aufenthalt in Sofia 1934-1936 abgesehen und arbeitete als Stellvertretender Direktor einer Bank. 1934 trat Oberle der Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP bei, weshalb er 1947 in einem schriftlichen Spruchkammerverfahren als Mitläufer und zu einer Sühnezahlung von 400 RM verurteilt wurde.
1946 wohnte Oberle nach seiner Ausweisung aus der Türkei in der Eisenlohrstraße 14. 1948 wurde er Stellvertretender Vorsitzender des Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV). 1951 war Oberle dann wieder in Istanbul tätig und wurde während eines Urlaubs in Karlsruhe mit einem Ehrenabend geehrt, den der VfB Mühlburg, dem er ein Freundschaftsspiel in der Türkei gegen Galatasary Istanbul vermittelt hatte, mit dem FC Phönix und dem KETV veranstaltete. Als Oberle bei seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1955 bereits ein Haus in Baden-Baden gekauft hatte, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte, erkrankte er und verstarb in einem Karlsruher Krankenhaus.
Quelle
GLA 465h/20931.
Literatur
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Emil Oberle. in: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Oberle(Zugriff am 16. Dezember 2024).
