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Kunstdruckerei Arthur Albrecht & Cie.


Kunstdruckerei Arthur Albrecht & Cie.

Werbeblatt für Etiketten, 1920, Stadtarchiv Karlsruhe 8/StS 24/1576.
Werbeblatt für Etiketten, 1920, Stadtarchiv Karlsruhe  8/StS 24/1576.

Nach einer Ausbildung zum Lithografen in Danzig und Leipzig kam der 1870 in Danzig geborene Arthur Albrecht 1894 nach Karlsruhe, wo er zunächst in der Lithographischen Anstalt P. Kusche arbeitete. Zum 1. Mai 1898 eröffnete er dann selbst eine Anstalt für Lithographie in der Hirschstraße 22, die er noch im selben Jahr in die Lessingstraße 70 verlegte. Nach weiteren Umzügen in die Leopoldstraße 13 (1899), Lessingstraße 39 (1902) und Karl-Wilhelm-Straße 40 (1905) kaufte er 1906 das Anwesen Steinstraße 23 (heute Gewerbehof), zu dem ein viergeschossiges Wohnhaus mit Hinterhaus und ein geräumiges Hofareal gehörten. Im Hof ließ er nach eigenen Vorstellungen ein modernes, dreigeschossiges Druckereigebäude errichten, in dem sich die Kunstdruckerei Arthur Albrecht & Cie. bis zu ihrer Auflösung am 12. November 1981 befand.

Das Leistungsspektrum des Unternehmens umfasste sowohl den Entwurf als auch den Druck von Plakaten, Etiketten, Reklamemarken, Geschäftsformularen (Briefbogen, Fakturen, Wechsel, Adress-, Besuchskarten), Ansichts-Postkarten, Diplomen, Speise- und Weinkarten und anderem mehr. Bekannt wurde die Kunstdruckerei vor allem auch durch ihre zeichnerischen Aufnahmen, bevorzugt in Vogelperspektive, von den Fabrikanlagen, Geschäftshäusern und Kellereien ihrer Kunden. Zur Hundertjahrfeier des Leib-Grenadier-Regiments 1903 und zur Karlsruher Ruder-Regatta 1904 brachte die Druckerei Postkarten und Plakate für Verbraucher, Grossisten und Wiederverkäufer heraus. Seit 1905 spielte auch der Buchdruck eine zunehmend größere Rolle.

Zum 1. Januar 1907 ging Druckereibesitzer Albrecht mit dem Karlsruher Ingenieur Johann Schillo eine offene Handelsgesellschaft ein, weshalb das Unternehmen fortan mit Arthur Albrecht & Cie. firmierte. Ungeachtet des frühen Geschäftsaustritts von Schillo bereits im Dezember des Jahres und der Auflösung der Gesellschaft behielt Albrecht den neuen Firmennamen bei. Seit den 1910er-Jahren gehörten auch die Karlsruher Stadtverwaltung und der Karlsruher Verkehrsverein zum Kundenstamm der Kunstdruckerei. Das Plakat für die Badische Jubiläumsausstellung Karlsruhe 1915 (Entwurf August Groh) und auch die Plakate für die Karlsruher Herbstwochen bzw. Herbsttage in den 1920er-Jahren (Entwurf Wilhelm Schnarrenberger, Alfred Böld und andere) wurden in der Steinstraße 23 gedruckt. In den 1920er-Jahren erweiterte Arthur Albrecht die Produktion noch um Verpackungen, Faltschachteln, pulverdichte Flachbeutel, Zigarren- und Zigarettenbeutel. Von 1920 bis 1936 war er außerdem Geschäftsführer von L. Geißendörfer, Lithographische Kunstanstalt GmbH.

Da das Druckereigebäude in der Steinstraße 23 bei Luftangriffen während des Zweiten Weltkriegs nur zu etwa 10 Prozent zerstört wurde, nahm Albrecht senior, unterstützt von seiner Tochter Erna Kühn, die seit den 1930er-Jahren in der Geschäftsführung mitarbeitete, schon kurz nach Kriegsende mit einem Teil der Belegschaft die Produktion wieder auf, da Stadtverwaltung, Wirtschaft und Industrie dringend mit Druckerzeugnissen beliefert werden mussten. Beim 50-jährigen Firmenjubiläum im Frühjahr 1948 stand der Senior noch immer an der Spitze seines Unternehmens. Erst nach seinem Tod im Juli 1951 ging dieses durch Erbgang an den gleichnamigen Sohn Dr. Arthur Albrecht über, der bis dahin kaufmännischer Angestellter im väterlichen Betrieb war. Den Schwerpunkt der Kunstdruckerei bildeten bis zu ihrer Auflösung 1981 auch weiterhin Plakate, Kataloge, Prospekte, Formulare, Industrie- und Geschäftsreklamen und Etiketten.

Katja Förster 2026

Quellen

StadtAK 1/Wi-ko-Amt 2, StadtAK 8/Alben 470; Zweiseitige Anzeige im Adressbuch für die Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe 1901, zwischen S. 510 und S. 511; Digitalisierte Zeitungen u. a. des Stadtarchivs Karlsruhe in der Badischen Landesbibliothek, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/2965491 (Zugriff am 8. April 2026), darunter: Karlsruher Tagblatt vom 29. Mai 1923 (Aus dem Stadtkreise / Die silberne Hochzeit und das 25-jährige Geschäftsjubiläum); Badische Presse vom 23. Dezember 1940 (70. Geburtstag von Arthur Albrecht); Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 30. April 1948 (50-jähriges Geschäftsjubiläum und goldene Hochzeit).