Friedrich Blos, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 57.

Friedrich Blos

Unternehmer, Stadtrat, * 8. Juni 1853 Karlsruhe, † 8. Januar 1920 Karlsruhe, kath., ∞ 1880 Margaretha Ernestine Susanne Schelhar, 2 Töchter.

Friedrich Carl Johann Blos, Sohn eines großherzoglichen Hoflakaien aus Bretten, absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Parfümerie- und Toilettenseifenfabrik Wolff & Sohn und war dort anschließend langjährig als Angestellter und Reisender (Mitarbeiter im Außendienst) tätig. 1884 übernahm Blos als Inhaber das Detailgeschäft der Parfümerie- und Toilettenseifenfabrik Wolff & Sohn von Friedrich Wolff und baute es nach dem Umzug des Stammhauses von der Kaiserstraße 104 in die Durlacher Allee 31/33 zu einem renommierten Kaufhaus für Reise-, Luxus- und Geschenkartikel sowie Galanteriewaren aus. 1891 wurde Blos zum Hoflieferanten ernannt.

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagierte sich Blos im kommunalpolitischen Bereich. So vertrat er seit 1908 die Zentrumspartei im Karlsruher Stadtrat und gehörte mehreren städtischen Kommissionen wie dem Armenrat, der Badeanstalts-, Bekleidungs-, Fest-, Kunst- sowie der Rheinhafen- und Stadtgartenkommission an, wobei Blos sich bei der Pflege und dem Ausbau des Stadtgartens besondere Verdienste erwarb. Während des Ersten Weltkriegs unterstützte Blos die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes in der Truppen- und Gefangenenbetreuung. Für seinen diesbezüglichen Einsatz erhielt er 1916 das Kreuz für freiwillige Kriegshilfe. Als praktizierender Katholik amtierte er außerdem seit 1892 als Mitglied des Pfarrgemeinderats der Kirchengemeinde St. Stephan sowie ab 1900 als Stiftungsratmitglied der katholischen Gesamtkirchengemeinde.

1920 wurde die Friedrich-Blos-Straße in der Hardtwaldsiedlung nach ihm benannt.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 390/1991 (Bild 22); StadtAK 8/StS 24/388, 24/419.

Literatur

Chronik der Landeshauptstadt Karlsruhe für die Jahre 1920/1923, 36.-39. Jg., Karlsruhe 1930, S. 77 f.